Zwischen den Tagen 2017


Kurztrip durch die Benelux-Staaten



Wir hatten uns für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr einen kurzen Trip durch Niederlande, Belgien und Luxemburg vorgenommen. Aber bevor wir diese Tour wirklich starten konnten mussten wir zunächst zu meiner Familie in den hohen Norden der Republik!

Am 23.12.2017 sind wir am späten Vormittag gestartet. Wir hatten zum wiederholten Male die lange Anfahrt zu den Verwandten im hohen Norden vor uns! Heiligabend stand vor der Tür, und wir wollten uns mit der Familie treffen und gemeinsam essen. Wir kamen gut vorwärts, die Autobahn war weniger voll als befürchtet. Aber nach gut 670 km reichte es uns dann und wir steuerten einen, uns von vielen anderen Stops zuvor bekannten, Autohof in Soltau-Süd an!  Wir hatten den Hund meiner Schwiegereltern dabei und der brauchte Auslauf. Und wir wollten natürlich was essen! Miss Pepper ist da echt zu empfehlen, die Burger sind echt lecker gemacht.

Wir begaben uns dann im hinteren Teil des Platzes zur Ruhe und fuhren dann am 24. 12. nach dem Frühstück ausgeschlafen und entspannt weiter bis zum Haus meines Vaters in der Nähe von Rendsburg! Nach weiteren 220 km und 2 1/2 Stunden Fahrt waren wir dort!

Gleich am Folgetag machten wir uns dann nach dem Frühstück auf den Weg zu unserer Tour und fuhren zunächst nach Glückstadt um von dort mit der Fähre über die Elbe zu fahren. 15,50 Euro kostet die Überfahrt nach Wischhafen. Wartezeit hatten wir nur ca. 10 Minuten, es war kaum Verkehr zu dieser Zeit. Wir wollten Papenburg ansteuern und fuhren von Wischhafen aus weiter über die Dörfer. Nördlich von Bremen kamen wir dann an die Weserfähre "Farge-Berne", zahlten dort 7,50 für die Überfahrt und fuhren dann weiter über die Dörfer nach Papenburg! Gegen 16.00 erreichten wir dort den kostenlosen Stellplatz beim Roten Kreuz und bieben dort über Nacht.

Papenburg presentiert sich als sehr saubere und aufgeräumte Stadt. Am Hauptkanal, der mitten durch die Stadt verläuft, wird mit Bildern von alten Segelschiffen die Geschichte der Stadt und der Meyer-Werft erzählt. Leider fehlen mir dazu die Bilder weil es bereits dunkel war als wir unseren Spaziergang durch die Stadt machten. Es ist erkennbar das die Stadt von den guten Geschäften der Meyer-Werft profitiert.

Es war der erste Weihnachtstag, die Stadt war nahezu leer. Es waren nur wenige Lokale geöffnet, aber wir fanden am Stadtpark ein nettes Lokal um dort zu essen.

Am zweiten Weihnachtstag ließen wir es uns natürlich nicht nehmen mal kurz bei der Werft vorbei zu schauen! Wir wussten bereits das dort alles zu war und eine Besichtigung erst am folgenden Werktag möglich wäre. Es ist sicherlich auch sehr interessant diese Werft zu besichtigen und ich hätte es bestimmt auch gerne gemacht, technikaffiniert wie ich bin. Obendrein habe ich früher selbst im Schiffbau gearbeitet. Uns blieb aber nur die Werft von außen zu sehen und an der Ems entlang ein Stück zu gehen bis man die Schleuse sieht aus der die dicken Pötte dann ausgeschifft werden wenn sie ihren Weg zum Kunden antreten. Im Fernsehen wird auch immer wieder etwas darüber gezeigt was dann dort los ist! Das nächste Schiff soll ca. Feb./März 2018 ausgeliefert werden und das folgende im Herbst 2018.

Uns trieb es dann aber weiter nach Holland, bzw. die Niederlande. Wir hatten uns in Amsterdamm einen Campingplatz ausgesucht und fuhren da einfach mal hin ohne zu wissen ob die überhaupt Platz hatten. Ich hatte zuvor natürlich im Internet geschaut und nach offenen Plätzen gesucht. Von über 1650 bei ACSI gelisteten Plätzen waren nur 158 im ganzen Land offen. Einer davon war Camping Zeeburg quasi mitten drin in Amsterdam. Und da fuhren wir hin. Über die A7, A6, A1 erreichten wir gegen Mittag den Platz und hatten dann doch das Glück einen freien Platz zu bekommen. An der Rezeption erfuhren wir das es zahlreiche Reservierungen gab und das wir evtl. auch noch "umziehen" müssten wenn wir länger als 3 Nächte bleiben wollten. Dies hatten wir aber nicht vor, unser Zeitrahmen sah maximal 3 Nächte in Amsterdam vor. Danach sollte es weiter gehen.

Wir hatten einen Stellplatz im "Y-Teil" des Platzes, der wegen Bauarbeiten leider nur eingeschränkt nutzbar war. Die Parzellen in diesem Bereich waren teilweise sehr uneben und sehr matschig, was natürlich nicht ungewöhnlich ist für diese Jahreszeit. Ich hatte schon beim rangieren und ausrichten meines WoMo das Gefühl, das ich dort nicht ohne Hilfe wieder heraus komme. Der Vorteil an diesem Bereich des Platzes war die Ruhe.  Und weil der Platz sich im "Wintermodus" befand waren auch nicht alle Duschen offen. Nur das große Sanitärgebäude war komplett nutzbar und auch gut geheizt.

Da es noch recht früh am Nachmittag war als wir uns fertig eingerichtet hatten holten wir unsere Saxonetten von der Heckbühne herunter und machten uns bereit für einen ersten kurzen Trip in die Stadt. Der kleine Hund meiner Schwiegereltern kam in den Korb auf dem Gepäckträger und war dort sicher aufgehoben. Direkt an der Einfahrt zum Platz gibt es eine Rampe auf der man sein Rad zur der Amsterdamseebrug hochschieben kann über die man dann in die Stadt kommt. Auf der anderen Seite kann man dann entweder wieder eine Rampe herab schieben oder einfach weiter fahren Richtung Stadtzentrum. Und Rad fahren könnte in Amsterdam wirklich Spaß machen wenn es nicht Zigtausende andere Radler geben würde die dort radeln. Obendrein dürfen kleinere Motorroller bis 50 ccm die Radwege nutzen und knattern dann manchmal derart rücksichtslos an einem vorbei das uns als Fremdlingen schnell die Freude verging! Dennoch erreichten wir recht bald die Innenstadt und bekamen selbst am 2. Weihnachtstag noch die Gelegenheit zum einkaufen. Der Vomar Vordeelmarkt hat jeden Tag geöffnet. Wir kauften etwas für unser Abendessen und fuhren dann zurück zum Platz.


Am 27.12. machten wir uns dann erneut auf den Weg in die Innenstadt. Das Wetter war allerdings derart schlecht das wir uns entschieden, mit der Straßenbahn zu fahren . Die Linie 14 fährt gleich nach der Amsterdamseebrug vom Flevopark aus in die Innenstadt direkt zum Dam. Wir machten eine kleine Runde bis hinunter zum Blumenmarkt und kehrten dann zum Dam zurück. Das Wetter war wirklich nicht sonderlich einladend länger in der Stadt zu verweilen. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstop beim Dappermarkt. Der ist echt sehenswert. Der Straßenmarkt bietet alles was sich ein typischer Tourist nur vorstellen kann. Alles mögliche an internationalen Speisen, Kleidung, Schuhe, Tuchwaren  bis hin zu technischen Artikeln wird dort angeboten. Wir kehrten schließlich zum Platz zurück und beim Abendessen entscheiden wir uns dann dazu, Amsterdam zu verlassen und unsere Reise fortzusetzen!


Am 28.12. setzen wir unserer Tour dann fort und nahmen uns Gouda als Ziel. Auf dem Weg dahin machten wir einen kurzen Abstecher nach Den Haag. Wir parkten nahe am Zentrum in einer Seitenstraße und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Vorbei an einigen Botschaften und Konsulaten führte uns der Weg an der Jakobuskirche vorbei weiter bis zum Paleis Noordeinde, dem königlichen Schloss in den Haag. Dann einen Schlenker Richtung Binnenhof, dem Regierungs-zentrum von den Haag und schließlich wieder zurück zum Auto. Am Nachmittag erreichten wir dann Gouda wo wir auf dem Stellplatz "Klein Amerika" unser nächstes Lager aufschlugen!

Der Stellplatz "Klein Amerika" ist ein auf einem Parklplatz abgeteiltes Areal, auf dem für WoMo´s extra Parzellen eingeteilt sind. Vorgesehen sind dort 30 Stellplätze. Es gibt Frischwasser und Entsorgung kostenlos dazu, Strom gibt es an zwei Stromsäulen mit insg. 12 Steckdosen. Pro 24 Stunden kostet es 8,- Euro.


Gouda ist eine hinreißend schöne kleine Stadt und natürlich bekannt durch den Käse, dessen Geschichte über die Entste-hung im Gouda-Museum erzählt wird!  Aber auch weitere Sehenswürdigkeiten wie die Sint Janskerk,  das Old Stadhuys und der Museumshafen sind einen Besuch wert! Weitere Sehenswürdigkeiten sind u.a. der "Roode Leeuw" und der schiefe Turm von Gouda. Wir blieben zwei Nächte in Gouda und fuhren am 30.12. dann weiter nach Belgien.


Auf dem Weg nach Antwerpen wollten wir uns in Kinderdijk noch den historischen Windmühlenpark ansehen und waren auch dort! Die Windmühlen sind da und einige arbeiten auch noch. Aber für die einzige Parkmöglichkeit für Wohnmobile 7,50 Euro zu verlangen hielten wir für derart unverschämt das wir gleich weiter fuhren.

Als nächstes machten wir Station in Dordrecht. Ich fuhr da einfach mal auf gut Glück so nahe wie möglich an das Zentrum heran und fand einen Parkplatz der eigentlich gebührenpflichtig wäre. Aber an dem Parkautomaten hin ein Zettel das der kaputt ist und das man in dieser Straße kostenlos parken darf! Das fand ich natürlich gut.

Dordrecht ist ebenso eine sehenswerte Stadt wie Gouda und hatte früher einen sehr große Bedeutung als Hafenstadt bevor sie diesen Rang dann an Rotterdam abtreten musste. Wir flanierten dort etwas herum, setzen uns irgendwo in ein nettes Bistro und setzten anschließend unsere Fahrt Richtung Antwerpen fort.

Unser vierbeiniger Begleiter hatte doch einige Porobleme mit den Böllern und Knallern, das hatten wir schon in Gouda bemerkt wo wir am Verkaufstart der Sylvesterfeuerwerke schon erste leidlich Erfahrungen machten. Darum entschieden wir uns Antwerpen zu meiden. Es gibt dort zwar einen schönen Campingplatz direkt am Hafen, aber wir sahen davon ab den aufzusuchen. Stattdessen fanden wir nördlich von Antwerpen in Sint-Job-in-'t-Goor auf dem Camping Het Ven einen herrlichen Platz. Außerhalb des Ortes an einem Waldrand gelegen versprach dieser Platz die Ruhe die unser lärmgeplagter Hund brauchte! Und tatsächlich war es dort bis auf eine Rakete und wenige Böller in weiterer Entfernung wirklich sehr ruhig.

Der Platz war wenig besucht, befand sich auch im "Wintermodus". Deswegen war auch hier nur ein teil der sanitären Einrichtungen nutzbar. Aber das störte uns absolut nicht. Wir blieben dort über Nacht, füllten unsere Resourcen auf, und überlegten wie wir denn den Sylvesterabend verbringen wollten. Wir brauchten dazu einen Ort abseits von jeglichem Trubel. Leider hatten wir auch nicht mehr viel zeit zum verweilen, sonst wären wir in Sint-Job-in-'t-Goor geblieben. Aber unser Zeitrahmen war doch zu eng um dort zu bleiben. Wir entschieden uns dazu den Sylverstertag nahezu vollständig auf der Straße zu verbringen und fuhren am 31.12. weiter Richtung Heimat!


Wir fuhren nahezu ungebremst durch Belgien und machten nur einen kurzen Stop in Brüssel beim Atomium. Dann fanden wir gleich in der Nähe des Atomium einen offenen Supermarkt und kauften unser Sylvesteressen ein. Dann ging es nahezu ungebremst weiter durch Belgien mit einem kurzen Stop beim Euro Space Center wo wir eine Kaffeepause einlegten. Dann weiter Richtung Luxembourg. Ich hatte mich zuvor über das Preisniveau der Dieselpreise informiert und herausgefunden das es Luxembourg etwa 30 Cent günstiger war als in Belgien. Also schnell in Luxembourg zum tanken und weiter Richtung Deutschland. Hinter Pirmasens versuchten wir unser Glück abseits der Ortschaften einen ruhigen Platz zu finden. Das hat aber leider nicht ganz funktioniert. Wir fanden zwar eine recht schönen Platz zwischen zwei kleinen Orten und hörten auch nur weiter entfernt einige Böller. Aber die schmale Verbindungsstraße erwies sich als Rennstrecke für die ortsansässigen Verkehrrowdys. Das veranlasste uns dazu dort nur unser Abendessen zu bereiten und zu essen. Anschließend fuhren wir dann weiter Richtung Karlsruhe und Stuttgart. Hinter Pforzheim fanden wir dann endlich abseits von allem Trubel einen nahezu leeren Parkplatz wo wir uns dann auch für die Nacht einrichteten. Ganz so ruhig war es dann zum Jahreswechsel doch nicht, aber die Sylvesterknallerei war doch weit genug entfernt so das der arme kleine Hund nicht zu sehr in Streß kam.

Dann wurde das Feuerwerk durch starken Regen enorm reduziert und es wurde schnell ruhig. Nachts hörten wir dann gar nichts mehr und setzten dann morgens nach dem Frühstück unsere Heimfahrt fort. Gegen 11.00 gaben wir den Hund bei meinen Schwiegereltern ab und gegen Mittag waren wir dann wieder daheim.


Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen das wir insgesamt eine schöne Tour hatten, allerdings war unser Zeitrahmen doch zu eng. Obendrein war das Wetter insgesamt doch eher schlecht, nass und kalt. Aber wir sind uns sicher das wir diese Tour noch mal machen. Irgendwann wenn es draußen grün und warm ist und wenn man evtl. in der Ostsee baden kann! Wenn es dann soweit ist, dann werde ich hier darüber berichten!