Traumhaft schönes Griechenland


Start war am 6. September

5700 km in 27 Tagen

9 Nächte auf 4 Campingplätzen

4 Nächte auf 3 bezahlten Stellplätzen

14 freie Nächte auf kostenlosen Plätzen


Ich habe eine Route gewählt die zunächst nach Graz führt. In der Nähe von Graz haben wir unseren Freunde besucht. Von dort ging es weiter über Bad Radkersburg nach Slowenien. Wir durchquerten den nordöstlichen Zipfel von Slowenien und fuhren nach Ungarn. Wir mogelten uns ohne Vignette für Ungarn über Nebenstrecken zur Grenze nach Serbien. Danach durchquerten Serbien und Nordmazedonien bis wir Thessaloniki erreichten. Von dort ging weiter nach Sarti wo wir uns die ersten Tage nach unserer Ankunft etwas erholten.

Es gibt viel zu erzählen über diese Reise. Aber was ich meinen Besuchern zu erzählen habe soll auch Anreiz geben mir nachzueifern und diese Reise selbst zu erleben. Die gewählte Route bis Sarti habe ich hier mit Bildern dargestellt. Danach war dann die im letzten Bild gezeigte Route als Rundfahrt durch Griechenland geplant. Aber jeder weiß: Ein Plan ist nur so gut wie die Flexibilität von diesem Plan abzuweichen.


Die Hinfahrt

Freitag, 6. Sept., erste Etappe bis Graz

Ich habe lange überlegt und bin zu dem Schluss gekommen das ich den Besuch bei unseren Freunden in der Nähe von Graz in meinen Reisebericht aufnehme. Denn unsere Freunde nutzten die Gelegenheit uns ihre Heimat, die Steiermark, etwas näher zu bringen.

Am Samstag, 7. Sept. führte uns die kleine Tour durch die Steiermark zu einem bemerkenswerten Ort.

Die Mostschenke im Gewölbe beherbergt nicht nur die größte Kamelherde in Österreich, sondern ist dabei eine bunte Mischung aus Museum, Tierpark und Wirtshaus. Wir hatten zunächst den Plan dort mit unseren Wohnmobilen hin zu fahren und auch zu nächtigen. Aber für den Abend war das Wirtshaus komplett reserviert. Darum fuhren wir abends dann zu einer sog. Buschenschenke. Dies widerum ist eine Besonderheit, die es nur in einigen Bundesländern Österreichs, unter anderem auch in der Steiermark gibt. Hintergrund dieser Buschenschenke ist ein Gesetz vom Kaiser Josef II. Demnach darf ein Besitzer oder Pächter von Obst- oder Weingärten eine Buschenschenke betreiben und seine eigenen Produkte anbieten und verkaufen, sowie auch kalte Speisen servieren. Und eine kalte Speise in so einer Buschenschenke nennt sich eine Brettljause. Und das haben wir uns dann schmecken lassen.

Am Sonntag, 9. Sept. ging es dann nach einem gemeinsamen Frühstück wirklich los. Wir verließen unsere Freunde und wollten soweit wie möglich Richtung Griechenland vorwärts kommen. Dabei gaben unsere Freunde uns noch den Tip eine Abkürzung durch Slowenien zu fahren. So ging es dann nach Bad Radkersburg und von dort nach Murska Subota. Über Lendava und Pince erreichten wir Ungarn und fuhren über Nebenstrecken bis Mohács. Dort setzten wir mit der Fähre über die Donau und erreichten bei Hercegszántó die Grenze zu Serbien. Wir kamen auf den gut ausgebauten Nebenstrecken in Serbien gut voran weil wir erst bei Novi Sad auf die Autobahn wollten.

Unser nächster Halt sollte dann in Belgrad sein. Bei Camp Dunav verbrachten wir eine sichere Nacht, weil dort ab 20.00 das Tor zu gemacht wird und ein Wachmann darauf achtet das niemand unbefugt in das Gelände kommt. Nebenbei hat der Wachmann auch die Aufgabe das Tor zu öffnen wenn später ankommende Camper noch hinein wollen.

Das mit der Sicherheit auf dem Camp Dunav erwähne ich nicht so zum Spaß. In einer Campergruppe auf Facebook gibt es dazu zwei Lager. Die einen sagen: Es passiert nichts wenn ich mich irgendwo auf einen Parkplatz stelle.  Die anderen sagen eben das Gegenteil, das es eben nicht sicher ist. Darum hier von mir mein eindringlicher Rat: Sicherheit sollte euch in diesem Fall etwas wert sein. Darum habe ich die 15 Euro für den Camp Dunav gerne bezahlt.

 

Das Serbien für viele ein "heißes Pflaster" ist habe ich oft gelesen. Und, wie sollte es anders sein, auch selbst erlebt.

Am Monatg, 10. Sept. führen wir in Belgrad los, fuhren auf die Autobahn und kamen bis Jagodina. Da schlug dann der Autobahngauner zu! Ein Typ in einem Mercedes fährt neben mich, hupt mich an und zeigt ganz wild auf mein linkes Voderrad. Dann setzt der sich vor mir in die Spur und bremst so aggresiv herunter das ich anhalten musste. Natürlich wollte ich nicht anhalten. Aber ich kann den ja auch nicht einfach zur Seite schubsen und aus dem Stand in den fließenden Verkehr einscheren birgt ja auch ein Unfallrisiko. Also, ließ ich mich dann auf sein sein Spielchen ein, weil ich wußte schon genau das der Typ nichts gutes im Sinn hatte. Kaum das ich stand war der schon an meinem Vorderrad am manipulieren und zeigte mir dann sein mit Fett verschmierte Hand. Er wollte mir doch tatsächlich erzählen das meine Gelenkmanschette kaputt sei und das müsse man doch sofort reparieren. Er weiß natürlich einen "Service" der das schnell macht und ich solle ihm nachfahren!

Nun saß ich aber schon in der Zwickmühle. Ich mußte mir das genauer anschauen was der da gemacht hat. Hat der nur von außen Fett hingeschmiert, oder hat er gar die Manschette aufgeschnitten und das Fett dort heraus gedrückt! Das musste ich mir an einem sicheren Ort ohne Verkehr ansehen, aber nicht auf der Autobahn. Also folgte ich dem Typen zur nächsten Ausfahrt. Und dort wo der dann irgendwo auf seinen Hof abbiegen musste habe ich dann die Kehre gemacht und bin zur nächsten Tankstelle. Dort habe ich mir dann das Vorderrad und die Gelenkmanschette angesehen, das nur von außen aufgeschmierte Fett entfernt, einen Kaffee getrunken und dann die Fahrt fortgesetzt.

Darum auch hier mein eindringlicher Rat: Niemals anhalten! Egal wer da hupt und egal was der da zeigt! Zeigt dem einen Vogel, eine Stinkefinger, oder auch euer Telefon. Aber niemals anhalten!

 

Der zweite Zwischenfall ereignetet sich dann in Nordmazedonien. Wir wußten schon vorher das es dort den billigsten Diesel an der Tanke gibt, und die billigsten Zigaretten. Also fuhren wir auf den ersten Rastplatz in Nordmazedonien, versorgten uns mit allem was wir brauchten. Ich war noch dabei meine Scheibe zu putzen als mich ein Typ anspricht, auf Deutsch anspricht!

Ich dachte mir dann gleich, wenn das der Nächste ist der mir ans Leder will, dann gibt es was mit der Faust! Aber dann habe ich dem Deutschen, zudem einem Camper mit Wohnmobil, doch zugehört und schnell gemerkt, der hat echt ein Problem, der steckt in echten Schwierigkeiten.

Ich folgte ihm zu seinem Wohnmobil und sah mir sein Problem genauer an. Er hatte einen Riss in der Felge und verlor Luft aus dem Reifen. Und sein Problem war eigentlich nur das: Er bekam das verflixte Reserverad nicht aus der Halterung. Alles was er bisher probiert hatte war fehl geschlagen. Er hat versucht Hilfe zu holen, aber der "Falsche Mann vom ADAC" konnte auch nicht helfen weil der das Wohnmobil nicht auf den Abschleppwagen bekam. So stand der arme Kerl schon geschlagene 20 Stunden auf dem Rastplatz, seine Frau nahe am Nervenzusammenbruch. Und findet dann endlich einen Deutschen dem er sein Problem erklären kann. Er hat es ja zuvor mit Einheimischen und anderen Touristen versucht, die haben ihn einfach nicht verstanden. Und dann stehe ich mit meinem deutschen Nummernschild an der Tanke. Na da musste ich doch was tun.

Ich bin gelernter Kfz- und Lkw- Mechaniker, habe einen zweiten Beruf als Industriemechaniker. Da sollte es mir doch möglich sein das verflixte Reserverad aus Halterung zu bekommen. Ich kroch unter sein Auto, wackelte da an dem Rad herum, er zerrte an dieser Kurbelmechanik die das Rad herab lassen sollte. Und zwei Minuten später war das Rad heraus geholt. Den Rest der Arbeit mit dem Reifenwechsel bekam er dann auch ohne mich hin.

Er fragte mich noch was er tun könne um sich zu bedanken, ob er mir was zahlen solle. Das lehnte ich natürlich ab! Ich gab ihm meine Karte mit der Adresse für diese Webseite. Und wenn dieser Camper diese Geschichte hier liest dann wird er auch lesen was er tun kann um sich zu bedanken. Dank ist hier vielleicht der falsche Begriff. Ich meine eher "vergelten" durch weiter geben! Die Hilfe die er erhalten hat, die soll er irgendwann wenn er in eine solche Situation kommt, weiter geben, jemandem helfen der es dann gerade braucht. Das wäre mein Vorschlag: vergelten durch weiter geben!

 

Am Abend erreichten wir schließlich Thessaloniki. Durch diese Zwischenfälle hatten wir doch einiges an Zeit liegen gelassen und waren sicher das wir nicht mehr bis  Sarti fahren würden! In meinen diversen Apps waren zwei Stellplätze ausgewiesen die wir aufzusuchen wollten. Der eine war wegen über 5 % Schräglage ungeeignet, der andere schlicht nicht vorhanden. Darum fuhren wir ein Stück weit heraus aus der Stadt und suchten uns einen Platz am Strand. Dort verbrachten wir unsere erste freie Nacht und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Sarti.


Der Urlaub beginnt - Erste Tage in der Nähe von Sarti

Armenistis Camping hatten wir uns schon zuvor bei der Planung ausgesucht weil der Platz schon von der Vorstellung im Internet her alles bot was wir wollten.

Das einzige was wir nicht wußten war der Umstand das der Platz noch sehr stark belegt war. Viele bulgarische Camper machten hier noch Urlaub weil die Ferien in Bulgarien eine Woche länger gingen als bei uns in Bayern. Aber wir hatten dennoch ausreichend Ruhe, genug Platz am Strand und genossen dort 3 Nächte zur Erholung nach der anstregenden Anreise.

Der Platz hat ein kleines Restaurant, einen Minimarkt, Eisbude und diverses mehr. So machte es uns auch nichts aus das der nächste Ort, Sarti, doch noch etwa 13 Km weit weg war. Was wir brauchten fanden wir dort am Platz.


Fahrt zu Meteora-Klöstern und der Vikos-Schlucht

Am Freitag, den 13. Sept. stand schließlich unsere erste echte Touristenattraktion auf dem Plan. Die Meteora-Klöster sind einfach ein MUSS für jeden Touristen. Schon der erste Anblick bei der Anfahrt nach Kalambaka ist sehr beeindruckend. Von dem kleinen Ort Kastraki aus gibt es eine kleine, teils neu gebaute, Straße die direkt bis zu dem großen Kloster Metamorphosis führt. Viele Camper nutzen die Plätze in Kastraki um von dort aus die Klöster zu besuchen. Wir fuhren aber direkt hoch auf einen Parkplatz am Kloster Varlaam. Von den ehemals 24 Klöstern sind noch 6 bewohnt und können auch besichtigt werden. Am beindruckendsten sind sicher die Klöster Varlaam und ganz oben, am Ende der Straße, das Metamorphosis.

Für eine Besichtigung waren wir am Freitag bereits zu spät dran. Wir trafen am Parkplatz andere Camper und berieten uns gegenseitig wegen der Übernachtung. Ein Vorschlag war eben dort am Parkplatz zu verbleiben, was sicher auch einige taten. Wir ließen uns überreden auf einen freien Stellplatz am Guesthouse Arsensis zu übernachten. Der Stellplatz wird dort kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Einkehr in die Taverne beim Guesthouse ist gewünscht aber nicht verplichtend.

Wir fragten aber nach wie es dort mit dem Essen ist. Der Betreiber sagte: "Um 19.00 gibt es Essen, Mama kocht! Kostet 11 Euro!" Das Essen schmeckte, und wir hatten sehr nette Gesellschaft mit einem anderen Camperpaar.

Und am nächsten Morgen, Samstag der 14. Sept., noch vor dem Frühstück fuhren zum Metamorphosis zurück. Wir hatten die Idee dort direkt am Kloster zu parken, weil dann dort noch Plätze frei sind. Um 9.00 öffnet das Kloster zur Besichtigung. Wir frühstückten und sahen mit Erstauen das bereits ab 8.15 die ersten Busse ankamen. Bis wir um 8.45 selbst aufbrachen um ein Ticket zu erwerben standen bereits über 500 Menschen in der Schlange.

Das veranlasste uns die Besichtigung des Klosters zu unterlassen. Es ist ganz gewiß sehenswert, aber Bilder davon gibt es genug auf Google. Wir schmiedeten einen anderen Plan!

Ersatzweise nahmen wir uns den nächsten Punkt auf unserer Liste vor. Die Vikos-schlucht war eigentlich für Sonntag vorgesehen, aber der Tag war ja noch lang. Also machten wir uns auf den Weg nach Ioannina. Dort machten wir noch kurz Halt auf einen Kaffee und tankten recht günstig für nur 1.23 Euro. Dann folgten wir der Straße "20" bis zum ersten Wegweiser nach Monodendri. In Monodendri findet sich ein Wegweiser zum "Stoneforrest", dieser Weg führt hinauf zum Viewpoint für die Vikos-Schlucht. Der Anblick dieser Schlucht haut einen um! Diese schiere Tiefe von bis zu 1000 Metern fordert Respekt! Die Vikos-Schlucht ist die tiefste Schlucht der Welt und steht im Guinnes-Buch. Aber genauer betrachtet gibt es natürlich weit tiefere Schluchten wie z.B. den Grand Canyon oder den Colca Canyon. Aber im Verhältnis zu Länge und Breite ist die Vikos-Schlucht die tiefste der Welt. Am fest ummauerten Aussichtspunkt gibt es noch einen kleinen Felsweg, der führt auf eine kleine, ungesicherte Plattform. Dort einen Schritt zu weit gehen und es geht 1000 Meter tief abwärts. Das erzeugte selbst bei mir, der ich sonst höhenfest bin, ein mulmiges Gefühl und etwas schwindelig wurde mir auch!

Inzwischen hatten wir uns schon von der ursprünglich geplanten Route etwas entfernt. Aber wie ich im obersten Absatz schon schrieb: Ein Plan ist nur so gut wie die Flexibilität von diesem Plan abzuweichen. Und ich liebe es die Freiheit zu genießen einen solchen Plan zu ändern wenn es mir beliebt!

Der Weg zur Schlucht ist auch ein Erlebnis für sich. Ich hätte wohl um die 15-20mal anhalten müssen um die tollen Aussichten im Bild zu dokumentieren. Aber das würde hier wirklich den Rahmen sprengen. Ich kann jeden nur ermuntern mir auf diesem Weg zu folgen um zu sehen was wir gesehen haben. Es ist eine traumhaft schöne Strecke von Kalambaka über Ioannina nach Monodendri.

 

Der Parkplatz am Aussichtspunkt der Vikos-Schlucht wäre auch geeignet gewesen um dort zu übernachten. Aber im Gespräch mit einem anderen Camper ergab sich die Möglichkeit einen anderen Platz aufzusuchen. Nur etwa 1,3 km vom Aussichtspunkt entfernt den Berg herunter gibt es rechts (im Bild links) eine alte, gemauerte Wasserstelle. Da stehen auch zwei Mülltonnen. Die Wiese links (im Bild rechts) in der Kurve ist offiziell als Stellplatz gelistet. Das sich dort auch Ziegen, Schafe und Kühe einfinden, das gehört eben zur Natur der Dinge. Wir blieben dort über Nacht und machten den Plan für die nächsten Tage.


Weiter geht es - Peleponnes

Am Sonntag, 15. Sept. machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Wir wollten auf das Peleponnes zusteuern.

Da wir aber inzwischen mit einigen anderen Campern gesprochen hatten, und diese uns erzählten wie sie ihren Urlaub in Griechenland mit "Freistehen" gestalten wurden wir etwas mutiger.

Vorweg gesagt: Freistehen, und erst recht freies Campen, ist in Griechenland generell verboten. Aber es gibt zahlreiche Plätze und Orte, wo es toleriert, akzeptiert, und sogar offiziell erlaubt ist. Nur stehen diese Plätze nicht in meinen offiziellen Camping-und Stellplatz-Apps. Warum ich erst in Griechenland auf die Idee kam mir die App "Park4Night" herunter zu laden weiß ich nicht. Ich hätte das viel früher machen sollen, dann hätte ich evtl einen ganz anderen Urlaub geplant.

Wir hatten von einem Ort in der Nähe von Preveza erfahren. Zwischen Kanali und Mitikas gibt es eine lange Bucht an der entlang eine kleine Straße führt. So erreicht man dort einige Strände. Und die meisten Strände sind bei Park4Night gelistet.

Wir haben uns diesen Küstenstreifen angeschaut und dann kurz vor Mitikas einen schönen Platz gefunden. Mit zumindest etwas Schatten über Tag. Es war bei unserer Ankunft am Sonntag Nachmittag noch recht viel los. Aber die grieschischen Badegäste gingen dann irgendwann heim und wir hatten gut 500 Meter Strand für uns allein, bis wir Gesellschaft mit anderen Campern bekamen. Einer von diesen Campern kam zufällig aus meiner alten Heimat in Schleswig-Holstein, und der war es auch der mir Park4Night empfahl.

Wir blieben 2 Nächte bei Mitikas und fuhren am Dienstag, 17. Sept., weiter Richtung Patras.

Wir fuhren über diese neue Brücke über die Einfahrt zum Golf von Korinth. 20 Euro verlangten die Wegelagerer für die Überfahrt auf der Brücke. Gut, wir hätten alternativ eine der Fähren nehmen können, aber die kosten auch Geld und es dauert länger. Wir ließen Patras rechts liegen, sahen von der Brücke aus den Fährhafen und bogen dann Richtung Osten ab.

Wir hatten erneut unseren ursprünglichen Plan geändert. Es ging nicht weiter nach Süden wie ursprünglich gedacht, sondern eben nach Osten. Parallel zur Autobahn an der Küste des Golfs von Korinth entlang ging es zum Camperstop von Janis und Melina.

Das "Geschäftsmodell" Von Janis wird in den Kommentaren auf Park4Night etwas differenziert gesehen. Aber, ganz einfach gesagt, ist es so: Es ist sein Platz, es sind seine Regeln! Wer sich daran stößt, der fährt eben woanders hin. Es geht hier einfach darum das der Janis ein Strandkaffee betreibt. Wer also seine am Strand stehenden Liegen nutzen möchte, der soll dann auch bei Janis etwas bestellen. Wer auf seinem Platz stehen will bezahlt eben 10 Euro, und zusätzlich noch mal 3 Euro für Strom und 50 Cent für Dusche und Toliette. Das summiert sich natürlich schnell. Darum hat Janis ja ein "Angebot"! Wer für insg. 30 Euro etwas verzehrt, der bekommt den Platz umsonst, aber eben nur den Platz. Strom und Dusche kosten trotzdem extra. Wie gesagt, der Platz gehört Janis, es sind seine Regeln! Und Essen kann man dort eben auch sehr gut. Milena kocht, es gibt zwei Gerichte zur Auswahl. Und das haben wir dann auch getan. Unser Verzehr lag am Ende bei über 45 Euro, zuzüglich Strom und 2mal Dusche!

Kommen wir nun zum Grund, warum wir denn beim Janis waren bei diesem kleinen Ort, Egio, am Golf von Korinth.

Wir hatten in unseren Vorbereitungen für den Urlaub etwas über diesen speziellen Zug gelesen. Der "Odontos" fährt von Diakopto aus durch die Vouraiko-Schlucht nach Kalavryta. Die Fahrt mit dieser, jetzt fast modernen, Zahnradbahn ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Und das möchte ich meinen Besuchern hier etwas näher bringen.

Das Foto links zeigt eine Postkarte mit einer früheren Versionen dieses Zuges, so sah er früher mal aus. Jetzt fährt eine moderne Version mit Dieselantrieb auf dieser Strecke. Und die Ausblicke sind teils wirklich spektakulär. Es ist nur echt schwierig da gescheite Fotos zu machen weil der wackelige Zug voll ist mit Touristen. Und die wollen natürlich alle Fotos machen. Einige Aufnahmen sind mir dennoch geglückt. Dabei soll sich das Augenmerk auf ein Foto mit der kleinen Brücke zwischen den zwei Felswänden richten. Auf der Hinfahrt hat ein Zugbegleiter den Leuten erklärt das sie JETZT die Fotoapparate nehmen müssen um es genau JETZT zu fotografieren. Ich saß aber falsch herum. Auf der Rückfahrt war ich dann schon vorbereitet. Die kleine Brücke und der kleine Tunnel auf dem anderen Foto gehören zu einem älteren und stillgelegten Teil der Strecke. Ein kleines Video von dieser Fahrt gibt es hier.

Das nächste Ziel unserer Reise ist natürlich ein absolutes MUSS für jeden Reisenden in Griechenland. Der Kanal von Korinth ist wohl eine der spektakülärsten Wasserstraßen der Welt wenn man von oben sieht wie klein der Kanal eigentlich ist.

Mit durchschnittlich nur 25 Metern Breite auf Höhe Wasserspiegel und ca. 6,3 km Länge verbindet der Kanal von Korinth den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf. Durch die Errichtung dieses Kanals von 1881-1893 wurde das Peleponnes zur Insel. Bei Vikipedia steht das zwar anders, aber in meinen Reiseunterlagen steht eindeutig das das Peleponnes eine Insel ist. Es gibt eben keine feste Landverbindung mehr, sondern Peleponnes ist nur über Brücken zu erreichen, also, eine Insel!

Da derzeit nur noch durchschnittlich 30 Schiffe durch den Kanal fahren ist es schon ein glücklicher Zufall das ich von der Fußgängerbrücke aus die Fotos mit dem näher kommenden Schiff und den Seglern machen konnte. An den beiden Einfahrten zum Kanal gibt es versenkbare Brücken. Die ersten Bilder habe ich von der nordwestlichen Einfahrt am Kanal gemacht. Wer genauer in das erste Bild mit dem Schiff zoomt kann erkennen das die Brücke dahinter weg ist uns später wieder da ist.

Nach diesem Schauspiel machten wir uns auf den Weg zu einem Campingplatz im südöstlichen Teil von Korinth. Camping Isthmia Beach hat eigentlich nichts mit Isthmia zu tun, heißt wohl aber so weil man von dort zum Stadtteil Isthmia und den Hafen von Korinth schauen kann.

Wie bereits erwähnt waren wir erneut von unserer ursprünglich geplanten Route abgewichen. Wir haben den mittleren Teil des Peleponnes ganz ausgelassen um uns etwas mehr Zeit zu nehmen für die nächsten Ziele unserer Reise. Und eben auch mehr Zeit zu haben für den eigentlichen Sinn eines Urlaubs, die Erholung. Aber bis zur nächsten Erholung sollten wir ja doch noch einiges zu sehen bekommen. Ephidaurus, Nafplio, Argos und danach Athen standen so auf dem Plan. Aber gemach gemach! Eines nach dem Anderen.

Am Donnerstag, den 19. Sept. verließen wir Korinth und machten uns auf den Weg zur nächsten Attraktion.

Ephidaurus ist natürlich auch ein absolutes MUSS für jeden Touristen. Und ich möchte nicht erahnen welche Menschenmassen dort in der Hauptsaison ausgeschüttet werden. Als wir gegen 11.00 dort ankamen standen "nur" etwa 15 Busse auf dem Parkplatz. Mit anderen Touristen zusammen gezählt waren es nur etwa 1000 Menschen, mit denen wir uns diesen unvergleichlichen Ort teilen mussten. Natürlich kennt jeder dieses vielzitierte Beispiel mit der besagten Münze, dessen Herabfallen auf den Boden man in den obersten Rängen hören kann. Wir haben es nicht getestet, und ich muss sagen, ich zweifel auch daran das jeder es hört wenn 1000 Leute dort herumtrampeln. Man hört es vielleicht, wenn man allein ist in dem riesigen Theater. Meine Frau hat mir erzählt das sie zusammen mit ihrer Mutter diesen Versuche gemacht hat und das es funktioniert. Das ist aber schon über 40 Jahre her. Da waren noch keine Ströme von Touristen an dem Ort. Was meine Frau und ich bei unserem Besuch dort gemacht haben, das hat aber jeder gehört. Ich war in den obersten Rängen um Fotos zu machen als meine Frau mich von unten an der Bühne ansprach. Ich hörte sie meinen Namen rufen so das ich mich umdrehte. Dann folgte ihre Liebeserklärung, die dann wirklich jeder dort oben im ganzen Theater gehört hat. Der dann folgende Applaus war dann doch schon fast etwas peinlich. Aber die Geschichte ist wahr und es gibt ein Video zum Beweis, aber das bleibt privat.

Nachdem wir dann 2 Stunden in Ephidaurus verbracht hatten fuhren wir weiter nach Nafplio. Der Stellplatz am Yachthafen ist wohl allen Campern bekannt die mal in Nafplio waren. Das man dort kostenlos stehen kann ist sicher auch bekannt. Und was dann sicher auch bekannt ist, es gibt dort absolut Null Schatten. Darum wollten wir den sehr heißen Nachmittag nicht auf dem Stellplatz verbringen. Wir fuhren zu den bei Park4Night angegebenen Adressen in der Bucht.

Warum es so viele Camper versuchen in der Badebucht zu übernachten ist mir hingegen ein Rätsel. Ein großer Teil der Bucht ist mit Verbotsschildern gekennzeichnet. Wir hatten uns bei Park4Night die Kommentare angesehen und fuhren dann in den Bereich der Bucht wo keine Verbotsschilder stehen. Es war so gegen 14.30 Uhr Nachmittags, wir wollten es uns gerade so richtig bequem machen und ich fing an die Räder von der Bühne zu holen. Dann sprach uns ein anderer Camper an ob wir die Absicht hätten dort über Nacht zu verbleiben. Er riet uns davon ab, denn er hatte schon Besuch von der Polizei gehabt. Also blieben wir dann nur ein paar Stunden in der Bucht und gegen Abend fuhren wir zurück auf den Stellplatz am Yachthafen. Als ich dann auf Facebook darüber schrieb das die Polizei Camper anspricht bekam ich einige Antworten das viele Camper andere Erfahrungen gemacht hatten und dort trotz Übernachtungsverbot ohne Probleme in der Bucht blieben. Ich denke mal das es daran liegen kann wenn in der Hauptsaison in der nahen Umgebung die Plätze voll sind. Wenn zudem der Stellplatz dann immer voller wird mit Campern. Dann, so kann ich mir vorstellen, wird die Polizei nachsichtiger.

Aber in der Nachsaison, wenn woanders genug Platz ist, dann ist die Badebucht von Nafplio über Nacht keine gute Idee. Ein Camper wurde sogar schon angemahnt weil er nur seine Treppe heraus hatte, sonst nichts! Aber selbst das war in den Augen der Polizei schon "campen"! Und ich kann mir auch gut vorstellen das die Gastronomie in Nafplio sich darüber freut, denn wer direkt vor den Türen der Altstadt steht, den zieht es auch automatisch in die Altstadt. Zahlreiche Restaurants buhlen um die Kunden, es ist für wirklich jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel etwas geboten.

Wir verbrachten Zwei Nächte in Nafplio, sahen uns die schöne Altstadt an, fuhren mit den Rädern in die Bucht zum Baden. Und ich machte ein paar Fotos.

Am Samstag, den 21.9., ging es dann tatsächlich in Richtung Athen. Das sollte natürlich ein besonderer Höhepunkt unserer Reise werden. Ich hatte mich zuvor in einem Forum auf Facebook erkundigt, es gibt einige Möglichkeiten in Athen zu übernachten. Es gibt Campingplätze und Stellplätze in relativ naher Umgebung der Akropolis. Es gibt angeblich auch relativ gute Möglichkeiten kostenlos auf Parkplätzen zu nächtigen. Alles sicher recht gute und recht brauchbare Tips, die aber allessamt eine Nachteil hatten: Ich muss mit dem Wohnmobil in die Stadt. Und ich hatte da nun überhaupt keine Lust mich durch diesen riesigen Moloch zu wühlen nur um da irgendwo eventuell gut und günstig zu stehen. Denn dieses gut und günstig stehen barg zudem auch ein Risiko. In einigen Kommentaren auf Park4Night wurde von Einbruchsversuchen und eingeschlagenen Scheiben am Wohnmobil berichtet.

Darum entschied ich mich für eine kostenpflichtige Variante, die zwar außer dem Parken sonst nichts zu bieten hatte außer einem, für mich besonders wichtigem Aspekt: Sicherheit!

Das Parkopolis in Piräus ist zwar nur ein unschöner Parkplatz in einem Hinterhof. Aber dieser Parkplatz wird mit Kameras überwacht und wird nachts mit einem Tor verschlossen. Von 22.00 bis 7.00 kommt niemand rein, und auch nicht raus! Das muss man natürlich vorher wissen, weil die Betreiberin dieses Parkplatzes eben ihre "Dienstzeiten" hat. Sie geht irgendwann am späten Nachmittag und kommt morgens um 7.00 wieder. Das Tor schließt um 22.00 automatisch. Besucher die dort nächtigen bekommen einen Schlüssel für die Pforte.

Was wir aber nicht wussten war der Umstand das dieser Parkplatz am Sonntag geschlossen bleibt. Dann kommt keiner hinein und auch keiner heraus. Aber für besondere Fälle lässt sich nach einem Telefonanruf das Tor per Fernbedienung, wahrscheinlich über Internet, öffnen. Aber wir wollten eh zwei Nächte bleiben, darum war es uns egal. Und wir hatten ja einen Schlüssel für die Pforte.


Athen und Chalkida

Sonntag, der 22. Sept.: Athen, wir kommen!

Aber bevor wir nach Athen kommen erzähle ich noch eine etwas seltsame Geschichte die sich am Morgen dieses Sonntags direkt vor unserem Tor am Parkopolis ereignete. Die Betreiberin hatte erwähnt das es am Sonntag einen Flohmarkt geben sollte in der Straße vor dem Parkplatz. Bereits in der Nacht begannen die ersten Händler ihre Stände aufzubauen. Beim Frühstück konnten wir dann das bunte Treiben vor dem Tor beobachten und hätten uns wohl auch gefreut den Flohmarkt zu besuchen.

Wenn, ja wenn! Da nicht die Polizei aufgekreutzt wäre. Gegen 8.00 begann der Tumult in der Straße, erste Händler packten ihre Sachen und versuchten noch ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Aber die Polizei kam von zwei Seiten und räumte den gesamten Flohmarkt. Alles was die Händler liegen lassen mussten blieb auf der Straße liegen. Und dann kam der Müllwagen. Unter Aufsicht der Polizei räumten die Müllmänner die gesamte Straße auf und es kam alles, aber auch wirklich alles, in den Müllwagen.

Warum diese Aktion stattfand? Ich vermute mal, weil der Flohmarkt illegal war, oder nicht angemeldet war. Es gibt ja seit der Finanzkrise in Griechenland besondere strenge Gesetze gegen Steuerbetrug. Bei jedem noch so kleinem Einkauf muss ein Beleg mit dem Nachweis der Steuer ausgehändigt werden. Und evtl. ist so ein Flohmarkt deswegen illegal weil keine Steuern ausgewiesen werden, bzw. nicht ausgewiesen werden können.

Es wurde dann sehr ruhig in der Straße, und wir gingen zur Metro, die nur etwa 250 Meter vom Parkopolis entfernt ist. Mit der Metro kommt man dann sehr günstig und absolut entspannt nach Athen.

In direkter Nähe der Akroplolis gibt es gleich zwei Metrostationen. Da kann man überhaupt nichts falsch machen. Wir nahmen vor dem "großen Angriff" noch einmal Platz in einem Café. Und dann ging es los! Hier die Bilder aus Athen!

Wir sind auf den Hügel und wieder herunter. Danach noch einmal unten durch die Plaka, die Altstadt von Athen, um den ganzen Hügel herum. Nach einigen Stunden hatten wir, bzw. unsere Füße einfach genug. Irgendwo gab es irgendwas zum Essen. Dann kehrten wir zu unserem Wohnmobil zurück und genossen die Ruhe in dem Hinterhof.

Am Montag, den 23. Sept. wollten wir dann wieder etwas für unsere Erholung tun. Die Betreiberin war bereits am Platz als wir noch beim Frühstück waren. Wir fragten sie nach Wasser für unseren Tank was wir dann auch bekamen.

Wir hatten ja schon sehr gute Erfahrung mit dem Freistehen gemacht und wollten dies auch die nächsten Tage wieder tun. Dazu sollte der Tank aber gefüllt sein. Wir hatten uns einen Platz ausgesucht der bei Park4Night als tolle Badebucht beschrieben wurde. Dazu mussten über Chalkidi auf die Insel zur Ostseite der Insel.

Was wir aber dann erlebten sprengte wirklich alle unsere Erwartungen. Um Limnionas Beach zu erreichen muss man quer durch die ganze Insel über eine Passstraße. Diese führt von der "77" kommend über 30 km zu einem angeblich traumhaft schönen Strand. Die Beschreibungen auf Google und zahlreiche Bilder machten einen tollen Eindruck. Wir fuhren dort hin und waren MEGA enttäuscht. Denn so schön war der Strand dann doch nicht. Zahlreiche, teils uralte, verlassene, abgestellte oder gar entsorgte Wohnwagen erweckten den Eindruck das es sich hier eher um einen Schrottplatz für ausgediente Wohnwagen handelt. Leer stehen gelassene Zelte und herumliegender Unrat wirkten auch nicht wirklich einladend. Wir fuhren wieder weg und suchten uns etwas anderes.

Zwischen Artemisio und Asmeni gibt es einen kleinen Ort. In Pefki gibt es einen langen Strand, mit noch offenen Läden, mit sehr schönen Badestellen und Strandduschen. Dort suchten wir uns einen schönen Platz und ließen uns nieder!

Von Pefki sind es nur 23 Km bis zur Fähre in Agiokampos. Wir sahen vom Strand aus die Autofähren die in den Pagasitischen Golf abbogen und nach Volos fuhren. Volos, bzw. ein Campingplatz dort in der Nähe sollte dann 3 Tage später unser letztes Ziel werden.

Aber zunächst sollten wir in der zweiten Nacht am Strand von Pefki ein tolles Naturspektakel erleben. Wir saßen spät abends bei recht milden Temperaturen vor dem Wohnmobil und bemerkten in weiter Ferne erste Blitze am Himmel. Im Wetterradar meiner Wetterapp wurde ein schweres Unwetter über dem Thermaischen Golf angezeigt. Dieses Unwetter sollte laut Radar Richtung Nördlicher Sporaden ziehen und dann nach Osten abziehen. Wir hattes etwas Sorge ob das Wetterradar recht behalten würde. Denn uns wurde klar: Würde dieses schwere Unwetter seine Richtung ändern und auf uns zu kommen, dann hätten wir den Strand verlassen müssen! Ein Video zu diesem Erlebnis gibt es hier!

Wir sahen uns das Wetterleuchten etwa 2 Stunden lang an. Dann zog das Unwetter tatsächlich Richtung Osten ab. Wir waren also sicher das nichts mehr passieren sollte! Ich hatte zwar im Wetterradar ein weiteres kleineres Gewitter gesehen das sich über Larissa gebildet hatte und Richtung Volos zog. Ich schenkte dem aber weniger Beachtung weil ich mir sicher war das dieses Gewitter sich auflösen würde. Die Strafe Gottes folgte dann etwa eine Stunde später. Wir saßen im Wohnmobil und wollten uns zur Nachtruhe begeben als das Gewitter über uns eintraf. Es regnete wie aus Kübeln. Es blitzte um uns herum, aber nicht direkt in der Nähe. Nach etwa 15 Minuten war der Spuk vorbei. Wir schauten mit der Taschenlampe nach draußen und sahen dann den kleinen Teich um uns herum. Wir standen in einer kleinen Senke und standen gute 30 cm im tief Wasser. Nicht sonderlich spektakulär, 30 cm sind nicht viel. Aber hätten wir 10 Meter weiter gestanden wären wir trockenen Fußes aus dem WoMo gekommen. Wir standen tatsächlich in der einzigen Senke weit und breit an diesem Strand.

Am Tag 3 dort an diesem Strand war am Morgen von dem vielen Wasser nichts mehr zu sehen. Das Wetter war super, wir machten eine kleine Tour mit den Rädern, faulenzten am Strand und machten uns dann doch mit dem gedanken vertraut das unsere Tage in Griechenland bald zu ende gingen. Darum wurde es dann Zeit unser letztes Ziel anzusteuern. Ich packte am Nachmittag unsere Räder auf die Heckbühne und bereitete alles für die Weiterfahrt am nächsten Tag vor!


Die letzten Tage am Pagasitischen Golf

Am Donnerstag, 26. Sept. ging es dann mit der Fähre von Agiokampos nach Glifa. Von dort über Volos an die östliche Seite vom Pagasitischem Golf. Im Forum auf Facebook und durch Bekannte hatte ich schon sehr viel über die beiden Campingplätze erfahren. Und einer dieser zwei sollte es werden. Camping Hellas oder Camping Sikias.

Beide Plätze liegen direkt nebeneinander, nutzen den gleichen Strand miteinander und haben beide in etwa den gleichen Preis. Camping Sikia ist um einiges größer, bietet auch Apaartements und sogar ein Hotel auf dem Platz. Camping Hellas ist etwas kleiner, wird aber auch immer wieder mit höchstem Lob erwähnt. Wir wollten eigentlich beiden Plätzen eine Chance geben und beide Plätze anschauen. Aber dazu kam es nicht mehr. Camping liegt zuerst am Weg also gingen wir dort zuerst hin. Die überaus freundliche Athena begrüßte uns fast schon etwas überschwenglich und tat fast schon so als hätten wir überhaupt keine Wahl als bei ihr zu bleiben. Wir sagten ihr was wir wollten, einen schattigen Platz in der Nähe zum Wasser. Sie zeigte uns einen schattigen Platz in der Nähe zum Wasser. Sie zeigte uns das neue Sanitärgebäude mit den neuen Toiletten und Duschen, den Waschraum, das Restaurant usw.! Ganz nebenbei fragte ich andere Camper nach ihrer Meinung welcher Platz denn nun besser ist, der Hellas oder der Sikia. Die antwort war das einfach: Die jenigen die auf Sikia sind, finden Sikia besser! Die jenigen die auf Hellas sind, finden Hellas besser!

Die Würfel waren gefallen. Ich holte das WoMo das wir außerhalb des Platzes abgestellt hatten und bezog den wunderschönen schattigen Platz den Athena uns angeboten hatte. Den Sikia sahen wir uns später mal etwas genauer an. Und fanden dann auch einige Dinge die uns sicher gestört hätten wenn wir zum Sikia zuerst gegangen wären. Eben z.B. schon mal die Größe. Da war es je nach dem wo man stand schon mal eine recht weiter Weg zum Strand. Dann eben auch recht weite Wege zu den sanitären Anlagen. Zudem hätte uns die Hanglage auch zu schaffen gemacht wenn wir immer wieder hätten bergauf gehen müssen zu unserem WoMo. Denn auch das sahen wir, die Plätze direkt am Strand waren belegt, und lagen zudem über dem Strand. Das hätte uns auch nicht getaugt. Das wir gleich auf Hellas geblieben waren hat sich als die richtige Wahl erwiesen. Weil dort hatten wir alles in direkter Nähe. 30 Meter ebenerdig zum Strand, 20 Meter zur nächsten Toilette. Nur wenn wir den Platz verlassen wollten mussten wir eben den Berg hoch, denn die Straße ist wohl so ungefähr 50 Höhenmeter höher gelegen als der Platz.

Wie ich schon erwähnte nutzen beide Plätze den gleichen Strandabschnitt. Der Sikia hat aber noch einen zweiten Zugang zum Wasser. Den habe ich dann mal schwimmend aufgesucht und festgestellt, dieser Zugang ist eine Zumutung. Für ältere Camper, oder Camper wie wir mit kaputten Knien ist die Treppe da hinunter nicht zu bewältigen.

Von unserer letzten Touristenattraktion hatten wir schon Monate vor unseren Urlaub im Fernsehen einen Bericht gesehen. Von Ano Lekhonia aus der fährt der "Kleine Zug von Pilion" nach Milies. Eine wunderschöne Fahrt durch wunderschöne Natur mit herrlichen Aussichten auf den Golf. Das wollten wir selbst erleben. Und vor allem wollten wir das Ende der Fahrt sehen und was dann gemacht wird. Dazu später.

Athena erzählte uns auf Nachfrage das der Zug nur noch am Wochenende fährt und das sie für uns die Tickets im Internet kaufen kann. Das machte sie dann auch schon am Freitag. Das war gut so, denn diese Fahrt ist ein Touristenmagnet, und schnell ausgebucht. Es gibt nur etwa 120 Plätze.

Am Samstag fuhren wir dann mit dem Bus nach Ano Lekhonia. Die Haltestelle ist direkt über dem Campimgplatz an der Straße. Der Busfahrer sagte dann rechtzeitig Bescheid wann wir aussteigen mussten um zu dem Zug zu kommen. Aber von der Haltestelle aus kann man den Zug schon sehen. Wir hatten noch etwas Zeit bis die Fahrt losgehen sollte.

Diese Zeit nutze ich jetzt um etwas über die Geschichte dieses Zuges zu erzählen. Der Zug war nämlich tatsächlich mal ein regulärer regelmäßiger Zug, der von Volos aus nach Milies fuhr. Von 1896 bis 1904 wurde die Strecke in Teilabschnitten gebaut und bis 1970 betrieben. Dann wurde die Linie aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Die Züge verblieben aber bei der Stillegung in Ano Lekhonia. Ein Teil der Schienen wurden bis Ano Lekhonia zugeteert und sind so nicht mehr nutzbar. Ein weiterer kleiner Teil der Strecke wurde 2004 wieder in Betrieb genommen, aber 2007 durch ein Unwetter weitgehend zerstört. Der Rest der Strecke von Ano Lekhonia bis Milies verblieb in dem Zustand, wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt und schließlich von einem Verein reaktiviert. Dieser Verein betreibt nun seit 1996 die Bahn als Museumsbahn. Die jetzt verwendete Lok ist eine als Dampflok gestaltete Diesellok. Die originale Dampflok ist aber erhalten und kann für Sonderfahrten gebucht werden.

Jetzt lassen wir den Zug aber mal fahren. Die Fahrt ist wirklich abenteuerlich. Mit unglaublichen 20 Km/H dauert die Fahrt nach Milies etwa 90 Minuten. Durch zwei kleine Tunnel und über 9 Brücken schraubt sich die kleine Bahn auf ihren nur 60 cm breiten Schienen den Berg hinauf. Je höher es geht desto besser wird die Aussicht auf den Golf. Schließlich in Milies angekommen passiert etwas was ich so auch noch nicht gesehen habe. Im Fernsehen hatte ich es ja schon gesehen. Darum wußte ich ja auch schon das ich mein Telefon zur Hand nehmen musste um dieses kleine Video zu machen.

Die Bilder von der Aussicht sind hier. Und weiter unten erzähle ich dann die Geschichte von der kleinen Kirche in Milies.

Wir hatten in Milies 3 Stunden Zeit bevor der Zug zurück fuhr. Wir gingen die angeblich "Nur 600 Meter" den Berg zum Hauptplatz im Ort. Uns schien es fast als wären 600 Höhenmeter gemeint. Am Hauptplatz finden sich gleich  zwei Restaurants die für den "Ansturm" der etwa 120 Touristen gerüstet waren.

Nach dem Essen schlendert man noch etwas durch den Ort, stöbert in den netten Souvenierläden und findet dann eher per Zufall diese kleine Kirche. Direkt am Hauptplatz bei einem der Restaurants stehend sieht es auch nicht aus wie eine Kirche. Das erkennt man erst beim Betreten des Vorraums, wo ein älterer Herr Andenken verkauft. Der gleiche ältere Herr erzählte anderen Touristen, und später auch uns, die Geschichte dieser Kirche.

Meiner Frau war in der recht kleinen Kirche die außergewöhnlichgute Akustik aufgefallen. Es gab keinen Hall und keine Resonanzen in der Kirche. Der alte Herr erklärte uns dann in holperigem Englisch das die Kirche etwa im 14. Jahrhundert unter türkischer Herrschaft errichtet wurde. Und dies eben so das es von außen nicht gleich erkennbar ist. Die außergewöhnliche Akustik sorgt dann auch dafür das man von außen nichts hört wenn in der Kirche ein Gottesdienst stattfindet. Das Geheimnis dieser Akustik versuchten einige Spezialisten aus der ganzen Welt zu ergründen. Gelöst wurde das Rätsel erst vor etwa 7 Jahren, per Zufall bei Renovierungsarbeiten. Unter der Kirche gibt es drei Brunnen direkt unter dem Steinboden der Kirche, das sorgt für tiefere Resonazen wenn dort z.B. gesungen wird. Der Schall und das damit verbundene Echo verschwindet in kleinen Blasen die sich in den kleinen Kuppeln an jeweils 4 Ecken verstecken. Je eine etwa hühnereigroße Öffnung nimmt den Schall auf und eine kleinere Öffnung darüber lässt den Schall quasi gefiltert wieder heraus. So erklingt überall in der Kirche ein glasklares Wort ohne Hall. Dies ist ein besonderes Geheimnis dieser kleinen Kirche.

Um 15.00 fuhr der Museumszug zurück ins Tal wo wir gegen 16.30 ankamen. Wir mussten noch bis 17.00 warten bis der Bus kam mit dem wir dann zum Campingplatz zurück fuhren. Wir verbrachten am Caping Hellas den Rest dieses Samstags und noch einen letzten enspannten Sonntag. Dann überlegten wir uns dann das wir unsere Heimfahrt doch einen Tag früher antreten wollten. Wir wollten uns dabei auch etwas Zeit lassen und die Fahrt nach Hause so gestalten das wir ohne Halt durch Serbien durchkommen. Ich erinnere hier an die Geschichte mit dem Autobahnganoven bei Jagodina.


Die Rückfahrt

Am Montag, 30. Sept. ließen wir den Tag entspannt beginnen, räumten unser WoMo zusammen, gingen noch mal baden und duschen. Und so gegen 11.00 verließen wir Camping Hellas mit dem Versprechen irgendwann dort hin zurück zu kommen.

Die erste Idee bis kurz vor die Grenze zu fahren und dort zu übernachten verwarfen wir wieder. Warum sollten wir die letzte grieschische Nacht nicht am Wasser verbringen. Wir fuhren bis Methone und stellten uns dort auf einen leeren Parkplatz direkt am Wasser. Auch diesen Platz fanden wir mit der App Park4Night.

In Methone fiel uns auf das dieser Ort wohl schon bessere Zeiten erlebt hatte. Schon lange leer stehende Gebäude zeugten davon. Auch einige leere und verlassene Tavernen sahen eben so aus als wären sie nicht erst diese Saison geschlossen worden.

Von Methone aus gelangt man direkt auf die Autobahn. Wir fuhren am Dienstag, 1. Okt. gegen 7.30 los und wollten direkt bis hinter Grenze nach Nordmazedonien fahren und dort erst früstücken. Das Diesel und Zigaretten in Nordmazedonien besonders günstig sind hatte ich schon erwähnt.

Wir fuhren ohne weiteren Halt durch Serbien. Das der Autobahnganove bei Jagodina erneut sein Glück bei mir versuchte erwähne ich hier mal nebenbei. Ich ließ ihn einfach stehen! An keiner der Grenzen gab es irgendwelche Probleme so das wir gegen 17.00 Uhr Ungarn erreichten. Einzig der ungarische Zöllner wollte mal in unser Auto gucken, aber wohl eher aus Langeweile. Wir hatten einen der kleinen Grenzübergänge ausgesucht der tatsächlich um 20.00 Uhr geschlossen wird.

Wir hatten uns für die Nacht einen Platz in Ássothallom ausgesucht. Der Stellplatz BelMar ist auf Google nicht eingetragen und daher nur mit den Koordinaten der App Park4Night und anderen Apps zu finden. Ich schreibe die hier mal direkt hin: 46° 13´12.9" N; 19° 48´11,1" E in 6783 Ássothalom.

Der Bert ist ein freundlicher Zeitgenosse der aus den Niederlanden stammt und irgendwann irgendwie dort hängen geblieben ist. Bei unserer Ankunft fragten wir erst mal nach einem guten Restaurant und kehrten dann nach dem Essen dort hin zurück. Für nur 5 Euro zuzüglich 1,50 für Strom ist man dort sehr gut aufgehoben.

Wir hatten an diesem Dienstag etwa 840 Km gefahren und brauchten erst mal Schlaf bevor wir dann am Mittwoch den 2. Okt. unsere Heimfahrt fortsetzten. Natürlich suchten wir uns wieder eine Route durch Ungarn hindurch die uns direkt zu unseren Freunden in der Nähe von Graz führte. Dort aßen wir dann gemeinsam zu Abend.

Am 3. Okt. befürchteten wir eine größere Reisewelle wegen dem Feiertag in Deutschland. Aber wir fuhren ja in die andere Richtung. So kamen wir zum Mittagessen bis Hallein und passierten gegen 14.00 den Irschenberg. Gegen 16.00 waren wir daheim und waren erst einmal froh ohne größere Zwischenfälle unser Zuhause erreicht zu haben.

 

Damit ist meine Geschichte hier zu Ende. Aber natürlich mit dem Fazit das wir auf jeden Fall noch einmal nach Griechenland fahren werden. Wir haben bei dieser Tour wohl mehr nicht gesehen als wir gesehen haben. Wir haben einige noralgische Orte ausgelassen. Aber für uns war dies die wohl schönste Tour bisher in den gut 4 jahren in denen wir fahren.

Danke an alle Besucher die sich tapfer bis zu dieser Stelle durch gelesen haben. Ich hoffe es hat euch gefallen und gleich wie euer Echo ausfällt, schreibt es in den Kommentar oder in das Gästebuch!