Wien 2018

Kurztrip 31. Okt. - 4. Nov.

 

Eigentlich wollten wir für diese Tage mit dem verlängerten Wochenende eher mehr Richtung Süden. Aber da es in der Region Norditalien und Gardasee schwere Unwetter gab zogen wir es vor diese Gegend zu meiden. Darum haben wir uns Wien vorgenommen. Das Wien natürlich eine Reise wert ist steht außer Frage. Ich weiß nicht wie viele Leute aus unserem Umfeld schon dort waren und uns immer wieder sagten das wir da unbedingt mal hin müssen. Die Gelegenheit war günstig, die Wetteraussichten für Wien waren sehr gut. Also, dann mal los!

 

Schon am Mittwoch Nachmittag waren wir soweit startklar, wollten zumindest noch einige Kilometer machen und waren guter Dinge. Ohne größere Staus und Störungen passierten wir München und Rosenheim und kamen gut voran. Nachdem wir an Salzburg vorbei waren legten wir in St. Georgen eine Pause ein. Diesel ist in Österreich, abseits der Autobahn, um einiges günstiger als bei uns daheim. Wir machten den Tank voll, kauften was zum Abendessen und stillten erst mal unseren Hunger. Es war noch nicht ganz schlüssig wo wir denn die Nacht verbringen wollten, denn ganz bis Wien wollten wir eh nicht mehr fahren. Am Attersee und am Traunsee gab es einige Möglichkeiten, welche in meinen diversen Camping-Apps gelistet waren. Allerdings waren die Angaben zu den Öffnungszeiten widersprüchlich. Schließlich fand ich dann einen Stellplatz in der Nähe von Wels. Im Delta Sportpark in Marchtrenk war ein kostenloser Wohnmobilstellplatz gelistet der ganzjährig nutzbar ist. Dort verbrachten wir eine ruhige und ungestörte Nacht.


Am Donnerstag, 1. November, erreichten wir Wien am späten Vormittag. Unser Timing war gut und wir hatten die Hoffnung das wir rechtzeitig am Wohnmobilstellplatz Wien ankommen und dort einen Platz bekommen. Ich hatte noch darüber nachgedacht ob es besser wäre dort zu reservieren. Wir wurden sehr freundlich empfangen und bekamen auch ohne Reservierung einen Platz. 

Aufmerksam geworden war ich schon einige Tage vor unserer Tour nach Wien. Per Zufall erfuhr ich durch einen Post auf meiner Facebookseite von diesem Platz. Der Stellplatz hat 168 Plätze. Es gibt zwar nur ein Waschhaus mit Duschen und Toiletten, aber das reicht dennoch aus. Ich habe nie gesehen das jemand warten musste um die Einrichtungen zu nutzen. Sauber gemacht wird dort rund um die Uhr im 3-Schicht-Betrieb. Und sauber ist es dort wirklich.

Zum Angebot des Platzes gehört ein umfangreiches Paket an Info-Broschüren und eine City-Card. Diese rote oder weiße City-Card gibt es nur dort an diesem Stellplatz und bietet mit dem Erwerb dieser Karte allerlei Vergünstigungen. So ist die Nutzung sämtlicher ÖPNV inklusive und es gibt eine ellenlange Liste mit Möglichkeiten vergünstigten Eintritt zu erlangen.

Nach dem wir dann mit dem einchecken fertig waren machten wir uns auf unsere erste Tour in die Stadt. Die U-Bahn Linie 6 ist wirklich nur 150 entfernt und die fährt alle paar Minuten.

Unser erstes Ziel war natürlich der Stephansdom. Aber der ist eben auch so riesig das es kaum möglich ist, davon ein gescheites Foto zu machen. Rein konnten wir leider auch nicht, da war irgendwas los da drin und es war für Touristen gesperrt. Also zogen wir weiter und fuhren erst mal zum Prater. 

Zum Prater gehört ja nicht nur dieser Vergnügungspark, sondern auch eine ausgedehnte Parkanlage die zum verweilen einlädt. Uns zog es aber erst mal zu den Attraktionen des Vergnügungsparks. Es gibt einige recht spektakuläre Fahrgeschäfte dort, aber wir mögen es ja eher ruhig. Darum bestiegen wir das Blumenrad. Ich versuchte während der Fahrt einige Fotos zu machen. Aber so richtig hat das nicht geklappt.

Nach dem Besuch im Prater zog es uns wieder ins Zentrum. In unseren Unterlagen wurde eine spezielle Straßenbahnlinie erwähnt. Die Vienna Ring Tram fährt vom Schwedenplatz alle 30 Minuten eine Tour durch die Stadt und hält dabei an nahezu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Mit unserer Citykarte gab es für die Tram eine Vergünstigung die wir nutzen wollten. Leider hat das aber nicht geklappt. Wir hätten eine Stunde warten müssen bis wir einen Platz bekommen hätten, diese Tram war schlicht ausgebucht! 

Aber es gibt da eine wesentlich günstigere Alternative dazu. Die ÖPNV waren ja eh in der Citycard enthalten, also stiegen wir einfach in die Straßenbahn Linie "1". Die fährt nämlich genau die gleiche Route wie die Vienna Ring Tram. Und nahezu die gleiche Route fahren die Linien "D" und "71". So kamen wir dann zum Hofburgtheater, zum Rathaus und zum Parlament. Vom Parlament ist aber derzeit nicht viel zu sehen, das ist eine Baustelle. Schließlich hatten wir dann genug für den Tag und kehrten zum Stellplatz zurück.


Der zweite Tag in Wien, also der Freitag, 2. Nov., war nahezu vollständig verplant. Eine weitere Tour durch die Stadt sollte anstehen und zu aller erst ein Besuch auf dem Naschmarkt! An der Haltestelle U4-Kettenbrückengasse gelegen ist der Naschmarkt schnell zu finden. Man schlendert dort hindurch, probiert hier und da das eine oder andere. Schlendert dann so weiter vor sich hin und merkt gar nicht das man fast einen Kilometer gegangen ist und am Ende des Naschmarktes dann am Karlsplatz steht. Dort fällt als erstes die Secession mit ihrer goldenen Blätterkuppel ins Auge. Das dort der sog. Beethovenfries von Gustav Klimt ausgestellt wird stand in unseren Reiseunterlagen. Aber wir haben es wirklich nicht so mit Kultur und Kunst. Aber es soll hier zumindest erwähnt sein.

Der Begriff "Secession" bedeutet laut Wikipedia: Abspaltung, Absonderung, bezeichnet in der Kunst die Abwendung meist einer Künstlergruppe von einer nicht mehr als zeitgemäß empfundenen Kunstrichtung! Das lasse ich jetzt hier mal so stehen und gehe dann weiter zur Karlskirche.

Die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute römisch-katholische Kirche steht unter Denkmalschutz und ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt Wien.

Warum das wirklich sehenswerte Innere dieser Kirche mit einem monströsen Fahrstuhl samt Stahlgestell verunstaltet wird blieb uns unerschlossen. Es hätte sicher auch andere Möglichkeiten gegeben die Gemälde und Fresken zu sehen. Denn dazu wurde dieser Fahrstuhl gebaut, damit Touristen oben einen Rundgang erreichen und die Fresken aus der Nähe sehen können. Das hätte man sicher auch anders lösen können, denn dieser Fahrstuhl gehört einfach nicht in das Bild dieser bedeutenden Kirche! 

Wir fuhren dann zur Wiener Hofburg. Dieser etwas verschachtelte Komplex lädt dazu ein sich etwas zu verlaufen. Wir wollten gerne die Spanische Hochreitschule sehen und taten uns zunächst schwer diese zu finden. Schließlich fanden wir sie dann doch und mussten leider feststellen das wir zu spät dran waren. Die Vorführungen der Reitsschule sind immer vormittags um 11.00. Wir waren also gute 3 Stunden zu spät. So blieb uns nur ein Blick in die Stallungen. Wir fanden auch die Burgkapelle, den inneren Burghof und verweilten dann etwas am Heldenplatz mit den großen Reiterstatuen von Erzherzog Karl und Prinz Eugen.

Durch das äußere Burgtor gelangt man auf der anderen Straßenseite zum Maria-Theresien-Platz mit ihrer Statue. Eingerahmt wird der Platz vom Naturhistorischem Museum auf der einen Seite und dem Kunsthistorischen Museum auf der anderen Seite.

Dann ging unsere Tour weiter zum Schloss Belvedere. Die Straßenbahnlinie "D" hält direkt am Schloss. Dieses Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert zeigt derzeit auch eine Ausstellung mit Werken von Gustav Klimt. Vom "oberen Belvedere" hat man ein schönen Blick auf das "untere Belvedere" und in die Stadt. Die Karlskirche wurde bei ihrem Bau so ausgerichtet das man von der Karlskirche aus das Schloss sehen kann. Umgekehrt ist also ebenso. Am unteren Belvedere steht das Palais Schwarzenberg, aber da wird auch gerade gebaut. Sehenswert ist natürlich auch das Heldendenkmal der Roten Armee, das 1945 zur Erinnerung an rund 17000 gefallene Soldaten der der Roten Armee errichtet wurde.

Dann ging die Tour weiter zum Schloss Schönbrunn. Auf dem Weg dort hin überlegten wir kurz ob wir doch zum Zentralfriedhof fahren sollten. Aber der Tag neigte sich dem Ende entgegen und es sollte bald dunkel werden. Also zum Schloss Schönbrunn, das mit der U4 sehr gut zu erreichen ist. Und mit der U4 und U6 kommen wir dann j auch zurück zum Stellplatz. So war der Weg zum Schloss Schönbrunn nur ein kurzer Abstecher. Mit dem letzten Tageslicht machte ich noch ein paar Fotos und dann ging es zurück zum Stellplatz.


Am Samstag, den 3. Nov. wollten wir es uns dann doch nicht nehmen lassen den Zentralfriedhof zu besuchen. Irgendwie gehört der doch einfach dazu und wird ja sogar in Liedern besungen. Unzählige prominente Berühmtheiten haben dort ihre letzte Ruhestätte und es macht tatsächlich Spass dort zu spazieren und die teils sehr schönen Mausoleen und teils schon sehr alten Grabeinfassungen zu sehen. Die Friedhofskirche ist noch relativ jung, sie wurde 1911 eingeweiht. Von innen  ist sie zwar eher schlicht, aber dennoch sehr schön anzusehen.

Von den Gräbern, bzw. Grabmalen habe ich keine Fotos gemacht. Aber wir waren am Grab von Falco, Mozart, Strauß, Beethoven und einigen anderen. In den Prospekten die wir am Stellplatz erhielten wird erwähnt, das es Samstags um 10.00 geführte Spaziergänge gibt. Diese starten dann am Tor 2 des Friedhofs. Wer keine Lust hat zu gehen, der kann sich auch mit einem Fiaker durch den Friedhof fahren lassen. 

Gegen Mittag verließen wir den Zentralfriedhof, verließen Wien, und machten uns auf den Heimweg. Wir wollten es so machen wie auf dem Hinweg uns in Marchtrenk noch mal übernachten. Am Sonntag ging es dann zurück nach Hause.

 

Abschließend soll hier noch erwähnt sein das unser Besuch in Wien doch mind. ein Tag zu kurz war. Wir haben zwar, gefühlt, alles gesehen. Aber das stimmt sicher nicht. Also, mind. 3 Tage sollte man sich Zeit nehmen um Wien zu erkunden. Wir werden sicherlich irgendwann noch mal nach Wien fahren. Wir haben an einigen Plätzen gesehen das dort alles für die Adventszeit vorbereitet wurde. Wien hat sicher einige sehr schöne Weihnachtsmärkte zu bieten. Und das werden wir als Anlass nehmen Wien erneut anzusteuern.