Einmal Grenen und zurück


Unser Urlaub in Dänemark


14 Tage, 3260 Km, 6 Stellplätze, 5 freie Nächte



Die Anfahrt


Quasi in Memorial unserer Hochzeitsreise wollten wir die Tour wiederholen die wie vor 12 Jahren mit einem gemieteten Wohnmobil gemacht haben. Damals haben wir uns in der Nähe von Schleswig ein Wohnmobil gemietet und sind auch damals vom Hof meines Vaters losgefahren. Als Frischvermählte hatten wir aber leider nur 8 Tage Zeit. Für die jetzige Tour wollten wir uns etwas mehr Zeit gönnen.

Zur Vorbereitung für diese Tour habe ich mir unter der Webseite www.visitdenmark.de einiges an Informationen besorgt. Die dort vorgeschlagenen Reiserouten sind zur Nachahmung empfohlen. 

Wie schon bei einigen anderen Touren war es auch diesmal wieder so, das wir zunächst nach Schleswig-Holstein fuhren und dort meinen Vater besuchten. Mit an Bord war auch wieder Sissi, die kleine Hündin meiner Schwiegermutter, die uns auch schon bei der letzten Fahrt durch die Benelux-Länder begleitet hatte. Ebenfalls mit an Bord waren unsere motorisierten Fahrräder, mit denen wir auch schon durch Amsterdam und Dubrovnik gefahren sind.

Wir starteten am Samstag, 28. April gegen Mittag mit dem Vorhaben unsere Anfahrt in zwei Etappen aufzuteilen. Wir fuhren bis Göttingen und suchten uns im Industriegebiet eine ruhige Seitenstraße und blieben dort über Nacht. Am Sonntag setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten am Nachmittag das Haus meines Vaters.

Unser Plan sah vor dort auch nur für eine Nacht zu bleiben. Also fuhren wir dann am Montag, 30. April weiter nach Flensburg und nach einigen Einkäufen dort ging es weiter über die Insel Fyn bis wir in Kerteminde einen Stellplatz aufsuchten. Ab hier beginnt eigentlich erst unser Urlaub.

Etwa 20 Kilometer nördlich von Nyborg liegt Kerteminde an der Ostküste der Insel Fyn. Der Stellplatz an der Marina ist dort relativ neu angelegt und bietet nahezu alles was der Camper braucht. Für 140 DK (dänische Kronen) ist es allerdings schon etwas teuer. Denn die Dusche kostet noch mal extra und der Strom ebenso. Um Strom und Dusche zu nutzen benötigt man die Hafenkarte auf der dann entsprechend Guthaben aufgeladen werden muss. Lobend zu erwähnen ist hier aber die Sauberkeit und die moderne Gestaltung der sanitären Anlagen. Technisch mangelt es dort aber, weil bereits einige der Bewegungsmelder für das Licht fehlen.


Auf nach Kopenhagen


Wir starteten am Dienstag, 1. Mai nach Kopenhagen. Die Storebælt Brücke ist schon von weitem zu sehen und mit ihrer Länge von insgesamt ca. 18 Km schon sehr beeindruckend. Die Pylone ragen 254 Meter in die Höhe.

Natürlich hatte ich mich zuvor über die Mautpreise informiert und ging von einem Tarif für Wohnmobile bis 6.00 Metern aus. Die kosten angeblich nur 240 DK. Überrascht war ich dann schon das mir 610 DK berechnet wurden. Ich hatte mich auf der Spur für Kartenzahlung einsortiert und ging nun davon aus das meine Heckbühne mitberechnet wurde. Das würde dann eine Länge von ca. 6,80 Metern ergeben. Aber dann wären auch "nur" 365 DK fällig gewesen. Warum mir aber 610 DK abgezogen wurden erfuhr ich dann bei der Rückfahrt über die Brücke. Da nahm ich vorsorglich schon mal die "Manuel-Spur" wo jemand sitzt und kassiert. Aber selbst die Kassiererin war da unnachgiebig und verlangte erneut 610 DK weil mein Wohnmobil eben über 3 Meter hoch ist. Und Fahrzeuge über 2,70 Meter zahlen eben 610 DK. Ich zog natürlich auch in Erwägung von Sjællands Odde aus mit der Fähre zu fahren. Ein Anruf bei der MOLSLINJEN ergab dann das es mich 940 DK kosten würde für eine Fahrt mit der schnellen Katamaran-Fähre. Andere Möglichkeiten mit der Fähre gibt es zwar auch, z.B. von Kalundborg über die Insel Samsö nach Hou. Aber die fahren erst ab 13. Mai und die Preisgestaltung verstehe ich da nicht wirklich. 

Wir erreichten Kopenhagen an diesem Dienstag so gegen Mittag. Meine Suche nach einem preiswerten Platz fiel zunächst ernüchternd aus. In meinen diversen Camping-Apps fand ich Plätze mit Preisen weit jenseits der 40,00 Euro. Selbst ein Stellplatz in der Stadt sollte schon 30,00 Euro kosten. Ein etwas preiswerterer Platz im  Svanemøllehavnen sollte 180 DK kosten, aber der war noch geschlossen. Also ging die Suche los nach einem einfachen Parkplatz. Ein auf Google-Maps eingetragener Parkplatz für Wohnmobile war proppevoll! Mit PKW´s, kein einziges Wohnmobil. Also weiter suchen! Schließlich fanden wir etwas an der Ecke Kalvebod Brygge/Mitchellsgade. Da gibt es einen offenen Parkplatz mit Ticketautomat und der kostet nur 25 DK für 24 Stunden. In unmittelbarer Nähe ist die Ny Carlsberg Glyptotek und nur wenige Hundert Meter weiter ist das Tivoli. 

Das Wetter war an diesem 1.Mai nicht sonderlich einladend, eher nass und recht kühl! Laut Wetter-App sollte es aber am 2. Mai besser werden. So blieb uns aber nichts übrig als den Rest des Dienstags im Wohnmobil zu verbringen und die eine oder andere Regenpause zu nutzen um mit dem Hund vor die Tür zu gehen.


Kopenhagen


Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns und bescherte uns am Mittwoch, 2. Mai ein Traumwetter. Strahlend blauer Himmel und wärmende Sonne machte Lust auf ein Sightseeing. Wir bereiteten unsere Räder vor und platzierten Sissi in dem von mir extra umgebauten Fahrradkorb. Sie war zwar anfangs nicht so begeistert, hat sich aber schnell daran gewöhnt und die Fahrt entspannt genossen.

Da wir Kopenhagen ja schon mal besucht hatten wollten wir uns nur auf wenige, dafür aber um so wichtigere Sehenswürdigkeiten konzentrieren. So hatten wir z.B. vor 12 Jahren den Rundetaarn, den Runden Turm, irgendwie ausgelassen. Diesmal wollte wir den unbedingt sehen und auch dort hoch. Der Ausblick von dort oben ist grandios.

Weiter ging es dann zum Schloss Rosenborg, das militärisch genutzt wird. Eine Besichtigung sahen wir nicht vor. Vielmehr interessierte uns der riesige Park, wo wir endlich mal unsere 4-beinige Begleiterin laufen lassen konnten.

Wir hatten das besondere Vergnügen dabei zusehen zu können wie sich die Garde aufstellt und vorbereitet um dann im Anschluss mit Musik durch die Stadt zu marschieren. Die Musikkapelle ist aber nur dabei wenn die Königin sich im Schloss Amalienburg befindet. Gegen 12.00  erreicht die Garde den Innenhof vom Schloss Amalienburg und zelebriert dort dann den Wachwechsel. Den verpassten wir allerdings weil wir als nächstes zur kleinen Meerjungfrau wollten. Wir waren zwar rechtzeitig am Schloss, aber da hatten sich bereits einige Hundert Touristen postiert um den Wachwechsel zu sehen. Wir hätten eine Leiter gebraucht um noch was zu sehen. Also nahmen wir uns eine Pause, kauften uns vor dem Schloss an einem Stand einige leckere Hotdogs und Kaffee. Und nachdem das große Tamtam dann vorbei war und der Schlosshof sich leerte machten wir unsere Fotos und begaben uns dann auf den Rückweg zum Wohnmobil.


Skælskør Havn


Am frühen Nachmittag waren wir wieder bei unserem Fahrzeug und beschlossen spontan Kopenhagen zu verlassen. Also wurden rasch die Räder verstaut und dann fuhren wir los. Meine Camping-App hatte in Skælskør Havn einen günstigen Platz ausgemacht. Also suchten wir uns den Weg zur E20 Richtung Osten und fuhren bis Slagelse. Es war auch Zeit mal zu tanken. Mir war schon aufgefallen das es da sehr große Preisunterschiede beim Diesel gab. Von recht günstig mit 8,89 DK bis recht teuer mit 9,65 DK. Nach aktuellem Wechselkurs entsprach das in etwa einer Preisspanne von 1,19 bis 1,29 Euro. Bei den günstigsten Tankstellen sind es fast immer Tankautomaten die mit der Kreditkarte einfach zu bedienen sind. So eine günstige Tankstelle fand sich auch in Slagelse. Und nach diversen anderen Einkäufen ging es weiter nach Skælskør Havn.

Der Stellplatz wird am Hafenkontor am Automaten bezahlt und kostet 120 DK plus 10 DK für die Hafenkarte. Das Pfand für die Hafenkarte wird zwar vorläufig erhoben, aber bei der Rückgabe der Karte verrechnet. Die Hafenkarte ist notwendig für die kostenlose Nutzung der Toiletten. Die Karte dient hier als Schlüssel. Die 10 DK sind schon im Voraus gebuchtes Guthaben z.B für die Dusche oder Strom. Wer es geschickt macht und sich etwas beeilt, der kann zu zweit für 10 DK duschen und hat dazu exakt 8 Minuten Zeit.


Odense-Arhus


Am Donnerstag, 3. Mai sollte die Fahrt weiter gehen Richtung Jütland. Dabei machten wir eine kleinen Abstecher nach Odense. Das Wetter blieb uns treu, es war sommerlich warm. In einem kleinen Park unterhalb der Sankt Knuds Kirke ließen wir Sissi laufen und machten dieses Foto. 

Dann ging die Fahrt weiter Richtung Fredericia und von dort nach Norden bis Arhus. In unmittelbarer Nähe des Fährterminals fanden wir einen recht günstigen Stellplatz. Für 75 DK konnten wir dort auf einem Parkplatz stehen der zu einem Burgerrestaurant gehört. Das Parkticket wird am Automaten an der rechten Gebäudeseite dieses Restaurants gekauft. Hinweisschilder zeigen an das es sehr teuer werden kann wenn man versucht die Parkgebühr von 75 DK für 24 Stunden zu umgehen. Aber wir haben da niemanden gesehen der kontrolliert. Und natürlich haben wir dort auch bezahlt. Aber außer dort zu stehen gibt es auf dem Parkplatz nichts. Sicherlich kann man im Burgerrestaurant auf die Toilette. Aber die wollen dann auch das man dort etwas isst. Aber wir sind ja hauptsächlich Selbstversorger und machten nach dem Abendessen einen Spaziergang in das nahe Stadtzentrum. Mir war nach einem Eis zum Nachtisch. Also fragten wir irgendwo einen Einheimischen der uns dann das Suppestegogis empfahl und uns den Weg dort hin beschrieb. Und der gute Mann sollte recht behalten, das Eis dort war richtig gut und lecker. Meiner Frau und Sissi schmeckte der Schokokuchen. Und dann ging es zurück zum Parkplatz ins WoMo wo wir dann den Plan machten wie die Reise weiter gehen sollte.


Kvissel-Frederikshavn


Am Freitag, 4. Mai wollten wir uns unserem nächsten Urlaubsziel nähern und machten uns auf den Weg nach Norden. Wir wollten nach Grenen um dort in der Nähe vom Leuchtturm auf einen Platz zu fahren. Da waren wir vor 12 Jahren auf einem Platz für 12 Euro pro Nacht. Da gab es dieses System "Qickstop", daran haben sich damals viele Plätze beteiligt und es war dadurch sehr günstig. Dieses Quickstop-System gibt es immer noch und es gibt auch eine Liste mit Plätzen die daran teilnehmen. Aber zum großen Teil wurde das Quickstop-System durch die Errichtung von Stellplätzen abgelöst. So in etwa habe ich es auf der offiziellen Seite www.visitdenmark.de gelesen. Aber die Liste mit den Plätzen für den Quickstop habe ich mit dem Smartphone nicht gefunden. 

Wir verließen uns daher auf die diversen Camping-Apps und fielen aus allen Wolken. Das war ja irre was da für Preise genannt wurden. Irgendwo zwischen 35 und 49 Euro sollte eine Nacht auf dem Campingplatz in der Nähe von Grenen, bzw. Skagen kosten. Stellplätze waren auch nicht so der Hit, zwar vorhanden, aber recht teuer und dazu NICHTS dabei, keine Dusche, kein Strom, nichts!

Ja und dann fanden wir in der App Bauer Hansen in Kvissel, Nähe Frederikshavn. In der App wurde ein Preis von 75 DK genannt, inkl. Strom, Ver/Entsorgung usw. plus 10 DK für die Dusche. Also auf zum Bauer Hansen.

Wir fanden dort einen Platz auf einem alten Bauernhof. Die Chefin hat uns begrüßt und eingewiesen. Und dann den neuen aktualisierten Preis von 100 DK inkl. allem genannt. Ich zahlte gleich für 3 Nächte im Voraus weil mir sofort klar war das wir dort bleiben. Und von dem Platz aus sind es nur ca. 40 km bis Grenen.

Okay, zu dem Platz an sich muss ich hier noch etwas erzählen! Der Hof liegt außerhalb des Ortes mitten in der Natur. Es liegt irre viel altes Zeugs auf dem Hof herum was wenig einladend wirkt. Es sei denn man sucht solch altes Zeugs wie z.B. alte Traktoren und Geräte. Die Toilette und Dusche ist in einem umgebauten alten Wohnwagen untergebracht und ist ziemlich eng gestaltet. Aber es reicht für die normale Körperpflege völlig aus. In einer Bewertung dieses Platzes hat sich jemand darüber moniert das es für den Preis nicht angemessen sei so etwas anzubieten. Ja hey! Dann sollen solche Meckerfritzen eben auf die überteuerten Luxusplätze gehen und da meckern! Für uns jedenfalls hat es völlig gereicht. Die Toilette war sauber, die Dusche hat funktioniert! Da ist es mir und meiner Frau völlig wurscht wie es aussieht! Wir stellen da eben keine so hohen Ansprüche!

Wir waren am frühen Nachmittag dort angekommen und hatten den Rest des Freitags noch Zeit unsere Räder zu nehmen. Und mit der Motorunterstützung waren die knapp 10 Km bis Frederikshavn schnell geschafft. Dann noch etwas zum Grillen gekauft und wieder zurück zum Platz. Da waren fertig vorbereitete Grillplätze vorhanden, Grillkohle brachten wir mit!  


Für Samstag, 5. Mai ergab sich die Gelegenheit unsere Wäsche waschen zu lassen! Bauer Hansen, bzw. sein Landhandel, bietet einen Wäscheservice an. Da hing ein Zettel an dem alten Wohnwagen mit den Terminen und Preisen. Ich ging los und wollte nachfragen, aber da lief mir schon ein junger Mann über den Weg. Und zufällig war das genau derjenige der diesen Wäscheservice anbietet. Also hat meine Frau rasch alles zusammen in eine große Tasche getan und der junge Mann nahm die Wäsche mit. Und so ca. 3 Stunden später kam er zurück, mit der sauber gewaschenen Wäsche. Er hätte sie auch gerne getrocknet, aber leider war sein Trockner kaputt. Aber auf dem Hof gibt es eine überdachte Ecke wo wir die Wäsche aufhängen konnten. Meine Frau war begeistert von dem Service. Und das kostet nur 35 DK, ohne Trocknen, mit Trocknen weiß ich nicht mehr, aber auch nicht zu viel. Während wir auf die Wäsche gewartet haben kümmerten wir uns noch um andere Kleinigkeiten die am und im WoMo zu tun waren und am Nachmittag fuhren wir noch mal nach Frederikshavn zum einkaufen, aber diesmal mit dem WoMo. Der junge Mann vom Wäscheservice hatte uns erklärt wo wir in Frederikshavn einen Fischladen finden. Denn in Dänemark ist es eher selten das es frischen Fisch im Supermarkt gibt. Einige Supermärkte und Discounter haben durchaus Fisch im Sortiment, aber meistens tiefgefroren. Frischen Fisch bekommt man in Dänemark am ehesten dort wo frischer Fisch angelandet wird, aber dazu muss man früh genug da sein.

Gut wir also frohen Mutes los nach Frederikshavn zu diesem Fischladen. Aber wie so oft im Leben auch diesmal: Zu spät! Der Laden hatte schon zu. Ganz im Gegensatz der sonst so kundenfreundlichen Öffnungszeiten war der Fischladen Samstag Nachmittag schon geschlossen. Supermärkte und Discounter haben meist tagtäglich bis spät Abends auf, auch an Sonntagen und Feiertagen. 

Na gut, dann eben keinen frischen Fisch. Dann die Discounter der Reihe nach abklappern und schauen was die in der Gefriertruhe haben. Wir fanden schließlich eine schöne Lachsforelle für mich und für die Frau und Sissi gab es Huhn! Schmeckt einfach klasse so auf offener Kohle gegrillt.


Skagen-Grenen


Am Sonntag, 6. Mai machten wir dann den Ausflug nach Grenen. Jene berühmte Landspitze am nördlichen Ende von Dänemark, wo Ostsee und Nordsee zusammen treffen. Wer schon mal eine Dokumentation über Dänemark gesehen hat, der hat sicher auch diese Bilder gesehen. Der Leuchtturm von Grenen ist mit seinen 47 Metern der zweithöchste Leuchtturm in Dänemark. Skagen Grå Fyr bietet nicht nur eine überwältigende Aussicht, sondern beheimatet seit Mai 2017 eine sehr interessante, virtuelle Ausstellung über das Flugverhalten und die Flugrouten der zahlreichen Zugvögel, welche Jahr für Jahr die Landspitze von Grenen als Orientierungspunkt für ihre Flüge nutzen. Besucher bekommen den Eintritt für Turm und Ausstellung inklusive "Beringung" für 60 DK. Die Beringung der Besucher ist symbolisch gedacht. Der Ticketverkäufer erklärt es gerne worum es da geht und jeder Besucher kann sich aus einer Liste einen Vogel auswählen. Dann bekommt der Besucher zu diesem Vogel ein Band um das Handgelenk, das ist die "Beringung". Das Band enthält einen Scancode für die Ausstellung und wer den Code an den vorgesehen Stellen scannen lässt erhält gezielt Informationen zu dem ausgesuchten Vogel. Ich hatte den Wanderfalken.

208 Stufen sind es dann bis zum Ausstieg auf die Außenplattform des Leuchtturms. Der Blick von da oben ist jede Mühe wert. Einfach nur traumhaft wie weit man von da ins Land schauen kann. Und natürlich auch auf das Meer. Mit einem Fernglas könnte man von da schon sehen wo sich die beiden Meere treffen, mit bloßem Auge nicht. Luftlinie sind es wohl etwa 1,5 Kilometer vom Turm bis zur Landspitze. Wir parkten unser WoMo am Ende der Straße und gingen dann zu Fuss zu der Landspitze. Für 20 DK pro Fahrt gibt es auch einen Shuttle vom Parkplatz aus dorthin. Es ist einfach ein Muss für jeden Touristen dort mit einem Fuss in der Ostsee und mit dem anderen Fuss in der Nordsee zu stehen. 

Was ich hier nicht unerwähnt lassen möchte ist unser kurzer Zwischenstop in Skagen. Wir hatten erneut die Hoffnung im Fischereihafen von Skagen frischen Fisch zu bekommen. Aber auch da waren wir schon wieder zu spät. Warum zu spät? Weil wir auf dem Weg nach Skagen in Jerup einen kleinen Abstecher an den Strand machten. Da gibt es eine kleine Straße zu einem kleinen Parkplatz. Und nur wenige Meter weiter ist man direkt an der Ostsee. Mit dem Auto so nahe ans Wasser kommt man wohl nur in Dänemark.

Gegen Mittag waren wir im Hafen von Skagen und sahen wie das Zelt, in dem die Fischauktion scheinbar stattfand, geschlossen wurde. Wir fanden dann in der Nähe einen Laden der geräucherten Fisch anbot und fragten den Verkäufer ob es in Skagen irgendwo frischen Fisch zum kaufen gibt. Der nannte uns den "Super-Bruggsen", eine Supermarktkette die es wohl in ganz Dänemark gibt, auch in Skagen. Also sind wir dahin und schauten in die Auslage. Sonntag Mittag, viel war da nicht mehr, aber ich bekam zwei sehr schöne Wolfsbarsche. Ob der in Dänemark gefangen wurde weiß ich nicht, aber ich liebe Wolfsbarsch! Und der kam vorläufig ins Eisfach in unserem Kühlschrank. Für Sonntagabend hatte die Frau was anderes auf der Speisekarte.

Wir kehrten nach Kvissel zum Bauer Hansen zurück und kümmerten uns um die Ver/Entsorgung unseres WoMo. Wir wollten am Montag weiter und darum unsere Resourcen auffüllen. Dann ein letztes Abendessen auf dem Platz und am nächsten Morgen ging es dann weiter.


Dänische Nordseeküste


Montag, 7. Mai. Auf der Seite Visit Denmark gibt es verschieden Routenvorschläge für Touren durch Dänemark. Wir wollten der Route 1 folgen und orientierten uns an den Vorschlägen in der Routenbeschreibung. Wir drehten die Route einfach um und folgten dieser von Norden nach Süden. In Løkken fuhren wir mit dem WoMo direkt auf den Strand und waren überwältigt von der Weite der Strände. Scheint so als sei die gesamte Nordseeküste ein einziger Strand. Der Jammerbucht weiter folgend fuhren wir dann nach Hanstholm. Dort gibt es u.a. die damals stärkste Festungsanlage des Nordatlantikwalls zu sehen. Aber uns interessierte hier nicht dieses alte Weltkriegszeugs deren Überreste überall an der Küste zu sehen sind. Es macht uns keinen Spaß darüber unterrichtet zu werden was die Wehrmachtbesatzer in Dänemark angerichtet haben. Deren Spuren sind aber allgegenwärtig. Um so erstaunlicher ist die dänische Gastfreundschaft gegenüber deutschen Touristen.

Wir hatten die Idee das es dort beim Museum in Hanstholm sicher Parkplätze gibt wo wir kostenlos über Nacht stehen könnten. Kurz vor Hanstholm gibt es einen Campingplatz den wir uns ansahen um uns nach den Preisen zu erkundigen. Ein anderer Urlauber gab uns den Tip hinter Hanstholm auf einen der kleinen Parkplätze zu fahren. 

So machten wir es dann auch. Was uns anfangs bedenklich erschien war hier, das wir uns nun am nördlichen Ende des Natinalparks Thy befanden. Aber unsere Bedenken wurden schnell zerstreut als wir dann sahen wie Einheimische mit Koffergrill und Grillkohle in die Dünen gingen um dort zu grillen. So machten wir uns keine Sorgen mehr unseren Gasgrill heraus zu holen, denn am diesem Montag Abend waren die Wolfsbarsche fällig. Wir genossen das Essen, die Ruhe am Strand, genossen einen schönen Sonnenuntergang und genossen anschließend eine ungestörte und kostenfreie Nacht.


Dienstag, 8. Mai. 

Auf der Routenbeschreibung wird eine Sehenswürdigkeit in Thyborøn erwähnt die wir unbedingt sehen wollten. Um diesen Ort zu erreichen gibt es zwei Möglichkeiten. Von Agger gibt es eine Fähre nach Thyborøn. Die allerdings kostet 160 DK was uns für diese kurze Fahrt zuviel erschien. Also nahmen wir den Landweg über Thisted und fuhren dann am malerisch schönen Limfjord entlang. Die Natur dort ist wirklich wunderschön und die Route dort entlang ist ein Erlebnis für sich. Die rund 65 km, die wir mehr fuhren als wir mit der Fähre gespart hätten, lohnten sich wirklich. Wir folgten der 11 entlang bis Humlum, fuhren weiter über die 565 und 181. So erreichten wir schließlich Thyborøn am späten Vormittag.

Sneglehuset


Auf der Homepage des Sneglehuset findet sich eine PDF-Datei mit der Geschichte zur Entstehung dieses einzigartigen Hauses. Sehenswert ist es allemal. Am Parkplatz zu dem Haus finden sich zudem überdachte Plätze zum ausruhen, oder um mitgebrachten Kuchen zu genießen.

Uns trieb es dann weiter Richtung Süden die Küste entlang. Wir fanden ein Hinweisschild an der Straße und folgtem diesem zu dem Leuchtturm Bovbjerg Fyr. Der letzte Teil der Anfahrt zu dem Turm ist Schotterpiste. Aber trotzdem mit dem WoMo gut zu bewältigen. An einer ca. 40 Meter hohen Steilküste stehend bietet dieser Turm ein unglaubliches Panorama. Auf ausgestellten Tafeln wird die Entstehung der Steilküste erklärt. Und der Ausblick vom Turm, wow!

Und noch etwas weiter im Süden suchten wir dann unsere nächste preiswerte Übernachtung. In Hvide Sande fanden wir einen Parkplatz auf dem die Übernachtung erlaubt und ausdrücklich ausgewiesen ist. Was wir übersahen war der Kassenautomat der zu diesem Parkplatz gehört. So wähnten wir die Nacht dort für kostenlos, was aber am Ende nicht stimmte. Es wurden 110 DK verlangt. Aber weil es dort nichts gab außer dem leeren Platz suchten wir doch lieber nach einem Campingplatz in der Nähe um unsere Resourcen zu erneuern und zu duschen. Dazu fanden wir wenige Kilometer weiter einen Platz mit unbesetzter Rezeption. Da stand etwas davon das man sich anmelden sollte, aber da war niemand zum anmelden. Diese Gelegenheit erschien uns optimal. Wir nutzten alles was wir nutzen wollten und verschwanden danach wieder. Wie nennt man das nun? Erschleichung von Campingplatzleistung? Diebstahl von Campinginfrastruktur? Wie auch immer, wenn vor Beginn der Hauptsaison niemand in der Rezeption ist dann muss sich da keiner wundern wenn das ausgenutzt wird. Wir fuhren zurück zu diesem herrlich gelegenen Parkplatz in Hvide Sande. Der Sonnenuntergang dort war um einiges schöner als der am Vortag.


Mittwoch 9. Mai.

So allmählich machten wir uns mit dem Gedanken vertraut Dänemark zu verlassen und die Heimfahrt anzutreten. Das tolle Wetter das uns seit dem 2. Mai die Treue hielt sollte schlechter werden. Für den Himmelfahrtstag waren Unwetter angekündigt. Auch wenn es an diesem Mittwoch noch nicht so danach aussah. Das Wetter war traumhaft. 

In der Routenbeschreibung der Route 1 war unter Punkt 3 etwas erwähnt was wir uns noch vornehmen wollten und machten uns auf den Weg Richtung Esbjerg. An der Nordküste der Hobucht in dem kleinen Ort Kjelst gibt es eine kleine Käserei. Da wollten wir zu gerne hin und handgemachten dänischen Käse kaufen. Der Weg dort hin ist einen Abstecher wert. Die dort angebotenen Käsesorten sind etwas besonderes und so in den üblichen Märkten nicht zu finden. Und was wir besonders gut fanden: Eigentlich war der Hofladen geschlossen! Aber die Inhaberin sah uns kommen, kam gleich an die Tür und führte uns dann in ihren Laden. Um drei schmackhafte Stück Käse reicher und 25 Euro ärmer ging es dann weiter nach Esbjerg und von dort nach Tondern. Wir überlegten noch ob wir unsere letzten Kronen vertanken sollten, aber mir waren die Preise einfach zu hoch, so zwischen 9,49/1,27 und 9,79/1,31 DK/Euro für den Liter Diesel. Also wollte ich zocken und abwarten bis wir in Süderlügum über die Grenze nach Deutschland kommen. Gleich hinter Grenze gab es den begehrten Stoff für 1,16 Euro. Und einen Teil der Tankung zahlte ich mit den restlichen Kronen die dort angenommen wurden.

Weiter ging es dann die B5 entlang über Husum und Heide bis in die Nähe von Brunsbüttel. Da lebt meine Schwester und die wollten wir einfach mal überraschen. Und natürlich auf ihrem Hof die Nacht verbringen.


Donnerstag, 10. Mai, Himmelfahrtstag - Freitag, 11. Mai.

Wir hatten uns überlegt das es keinen Sinn macht über Hamburg auf die A7 zu fahren und wegen der unzähligen Baustellen dort stundenlang im Stau zu stehen. Also zogen wir die Route über die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen vor und fuhren dann über die B495, B71, B 440 bis wir bei Bad Fallingbostel die A7 erreichten und dann relativ entspannt auf relativ leerer Autobahn noch einige Kilometer machten. So entgingen wir auch den schweren Gewittern und Hagelstürmen die im Großraum Hamburg für einiges Chaos, Überschwemmungen und Straßensperrungen gesorgt hatten. Davon bekamen nur aus den Nachrichten etwas mit und kamen sonst bis auf wenige Tropfen Regen bei Hannover trocken weiter. Im Industriegebiet Fulda-Petersberg suchten wir uns eine ruhige Seitenstraße und verbrachten dort die Nacht. Und am Freitag ging es dann ganz entspannt weiter bis nach Hause. Gegen Mittag waren wir daheim!


Abschließend zu diesem Reisebericht möchte ich noch erwähnen das wir auf unserer Fahrt vor 12 Jahren andere Erfahrungen gemacht haben und nun erstaunt waren das sich im Bereich Campingurlaub doch einiges verändert hat. Sicher gibt es immer noch viele Plätze wo man recht günstig campen kann. Aber mir scheint das der anhaltende Boom im Campingurlaub auch an Dänemark nicht vorbei geht und das Preisniveau allgemein recht hoch ist. Wenn man z.B. für einen ausgewiesen Stellplatz ohne Infrastruktur schon mancherorts über 15 Euro pro Nach verlangt dann ist dies wohl ein Indiz dafür das Dänemark durchaus mitbekommen hat das mit Campingurlaubern Geld zu verdienen ist. Dennoch bleibt als abschließendes Fazit die Erkenntnis das wir garantiert noch mal zum Bauer Hansen fahren.