Rügen-Polen-Erzgebirge

Jahreswechsel 2016/2017

Mit dem Schneesturm im Nacken durch das Erzgebirge - Start am 27.12.2016


Wir haben uns spontan für eine kleine Tour über den Jahreswechsel hinweg entschieden und sind zunächst am 27.12.2016 zu meinen Eltern in der Nähe von Rendsburg gefahren. Der Reiseplan sah so aus das wir zunächst auf Rügen Sylverster feiern wollten und danach sollte es nach Seiffen ins Erzgebirge gehen. Am 29.12.2016 sind wir dann von meinen Eltern aus auf die Insel Rügen gefahren wo wir zuvor in der Nähe von Kap Arkona einen Platz reserviert hatten! Der Knaus-Camping in Altenkirchen wurde deshalb gewählt weil es dort ein Restaurant geben sollte. So versprach ich meiner Frau das sie für die Tage dort nicht kochen müsse! Wir wurde sehr schwer enttäuscht! Das Restaurant am Platz war geschlossen, der Pächter war scheinbar wenige Wochen zuvor verstorben. Und Knaus Camping hielt es nicht für notwendig dies auf der Homepage des Platzes zu erwähnen! Da es auf diesem Platz sonst keinerlei Möglichkeit zum Einkauf gab und es gut 2 Km bis zum nächsten Lokal waren gaben wir den Plan auf uns dort länger aufzuhalten! Weil nur um da zu stehen und sonst nichts geboten zu bekommen, dafür ist der Platz einfach zu teuer!

Wir waren abends im Ort Altenkirchen zum Essen und sprachen dort mit anderen Gästen. Die erzählten uns das es direkt am Kap Arkona einen Stellplatz für Wohnmobile gibt. Also fuhren wir am 30.12. dort hin. Kap Arkona wollten wir ja eh sehen! Der Stellplatz ist dann allerdings nicht wirklich ein Stellplatz sondern ein für Wohnmobile reservierter Teil des Parkplatzes auf dem Wohnmobile für 5 Euro Gebühr 24 Stunden stehen dürfen. Aber es gibt dort keine Versorgung oder Entsorgung. Die brauchten wir aber auch nicht. Wir sahen uns dann natürlich bei herrlichstem Wetter mit super Fernsicht auf die Ostsee am Kap Arkona um und entschieden uns auch dort zu bleiben! Für Sylvester war dort ein Höhenfeuerwerk angekündigt, für uns Grund genug dort zu bleiben. Vorräte hatten wir genug!

Am Sylverstermorgen wurden wir dann von dickem Nebel überrascht. Wo wir tags zuvor noch 30-40 km Fernsicht hatten konnten wir jetzt nicht mal mehr bis zum Leuchtturm sehen! Der Wetterbericht verhieß dabei auch nichts Gutes, es sollte den ganzen Tag und den Abend so neblig bleiben. Und wir hörten im Radio von der herannahenden Sturmflut. So entschlossen wir uns zur Flucht und verließen Rügen in Richtung Polen!

Am Sylverstermorgen brachen wir von Kap Arkona aus auf und schlugen dann in Stralsund den Weg Richtung A20 ein! Die Wetter-App verhieß uns uns etwas weiter südöstlich besseres Wetter. Gegen 15.00 waren wir dann in Stettin und kamen auf die Idee noch etwas einkaufen zu gehen. Der ursprüngliche Plan Sylvester auf Rügen zu feiern war ja dahin! Wir versorgten uns mit allem Nötigem und verließen Stettin. Auf der Suche nach einem ruhigen Platz fuhren wir zunächst auf der 13/2 Richtung Süden. Wir bogen dann erneut Richtung Polen ab und passierten in Mescherin zum wiederholten an diesem Tag die Grenze nach Polen. Die Westoder bildet dort die Grenze und direkt nach der Brücke zweigt nach rechts ein kleiner Feldweg ab. Der führt dann zu einem Parkplatz an einem Ruderclub, und dieser Parkplatz war menschenleer, der Ruderclub offenbar längst geschlossen! Wir machten es uns dort gemütlich und schauten dann in der Nacht das Feuerwerk über Mescherin auf der anderen Seite der Oder. In der anderen Richtung "schossen" die Polen von Gryfino aus zurück. Wir haben selten ein schöneres und ruhigeres Sylvester erlebt als dort!

Am 1.1.2017 war es dann nicht so einfach einen offenen Campingplatz zu finden! Wir fuhren in Frankfurt/Oder über die Grenze und suchten mit den diversen Camping-Apps nach einem Platz in der Nähe! Wir mussten unsere Resourcen auffüllen. Schließlich wurden wir fündig und fuhren an einen kleinen See in einem kleinen Wald in der Nähe von Guben. CampDeulo - Campingplatz am Deulowitzer See. Ein herrlich gelegener kleiner Platz der weder beim ADAC noch bei ACSI gemeldet ist. Gefunden habe ich den bei camping.info. Ich habe nachgefragt warum der nicht beim ADAC gelistet ist. Der Platzbetreiber erzählte mir das es dem ADAC nicht gefiel das es auf diesem Platz keine befestigten Wege gibt! Der Platz ist ein reiner Naturplatz. Bietet aber alles was ein Camper braucht, hat ein neues Sanitärgebäude, und als Topping den Deulowitzer See. Wir sind sicher das wir dort auf jeden Fall noch mal hin wollen! Der Platzbetreiber leitet dort auch ein kleines Restaurant in dem man wirklich gut, lecker und preiswert essen kann!

Wir blieben über Nacht, füllten unsere Resourcen auf, und starteten am 2.1. weiter Richtung Dresden mit dem Ziel, Seiffen zu erreichen. Wir wollten uns nun doch etwas beeilen weil im Radio die ersten Meldungen kamen in denen heftige Schneefälle angekündigt wurden! Und es war auch der Tag an dem die Sturmflut auf Rügen einschlug!

Wir ereichten Dresden am Nachmittag und konnten noch mit dem letzten Tageslicht ein paar Fotos machen. Natürlich, man sollte sich für eine Stadt wie Dresden mehr Zeit nehmen. Und bei einem nächsten Besuch werden wir das auch tun! Aber uns saß bereits der angekündigte Schneesturm im Nacken und wir wollten doch unbedingt nach Seiffen! Also, schnell ein paar Fotos von den hauptsächlichen Sehenswürdigkeiten gemacht und dann weiter. Bei einbrechender Dunkelheit machten wir uns auf den Weg mit dem Vorhaben Seiffen noch zu erreichen und dort auf dem Parkplatz zu übernachten. Aber dieser Plan ging nicht auf. Einsetzender Schneefall machte das fahren auf der kurvigen und teils sehr steilen B170/171 alsbald unmöglich! Wir kamen noch bis Rechenberg-Bienenmühle! Ich hatte das im Gespür das es nicht mehr weiter geht. Also blieben wir dort auf dem Parkplatz beim EDEKA und hörten die Nachrichten! Wir waren nicht sicher ob wir so kurz vor unserem Wunschziel, Seiffen zu besuchen, doch lieber die Flucht ergreifen!

Aber am Morgen des 3.1. waren die Straßen zum großen Teil schon geräumt. Wir fuhren nach Seiffen, ein Ort, den wir durch unzählige Dokumentationen im Fernsehen schon kannten. Mit diesen wunderschönen Holzschnitzereien! Wir besuchten eine der Schauwerkstätten in der Nähe des großen Parkplatzes und stellten fest das die Mühe sich gelohnt hatte dort hin zu kommen. Erstaunlich was man da aus Holz alles herstellt!

Aber all zu viel Zeit blieb uns dort nicht! Uns war durch Meldungen im Radio weiterer schwerer Schneefall angekündigt! Meine Wetter-App zeigte auch nicht Gutes! Wir mussten dort weg und verließen Seiffen so gegen 11.00! Um jetzt nicht noch mehr Zeit im Erzgebirge zu verbringen entschieden wir uns spontan für die Route durch Tschechien. Der Weg ist zwar nicht wirklich kürzer, erschien uns aber einfacher zu fahren. Und Schnee gab es dort auch noch keinen. Also fuhren wir von Marienberg aus zur Grenze. Dann den schnellsten Weg über Kumotau und von da nach Süden Richtung Pilsen. Wir kamen, wie erhofft, gut vorwärts, passierten Pilsen und fuhren auf der 26 dann Richtung Bayern. Wir wollten in Furth im Wald über die Grenze und zuvor noch auf tschechischer Seite einkaufen. Der Plan ging dann auch auf. Gegen 17.00 waren wir auf dem Asia-Markt kurz vor der Grenze.

Wir hatten dann vor dort über Nacht zu bleiben. Aber auch im Bayerischen Wald waren zur Nacht heftige Schneefälle angekündigt. Und aus Sorge dort nicht mehr weg zu kommen sind wir dann doch abends noch über die Grenze! Wir fuhren dann noch bis kurz hinter Cham und fanden auf einem LKW-Parkplatz Unterschlupf für die Nacht.

Wir verfolgten weiterhin die Nachrichten im Radio und hörten das an dem Nachmittag im Erzgebirge schon bis zu 60 cm Schnee gefallen waren. Über Nacht sollte es dort noch mehr werden. Wir hatten also gerade noch rechtzeitig das Erzgebirge verlassen. Und auch im Bayerischen Wald waren über Nacht bis zu 40 cm Schnee gefallen. Aber hinter Cham und weiter nach Regensburg waren es wohl nur so um die 10 cm!

Nachdem die Straßen einigermaßen geräumt waren machten wir uns am 4.1. auf den Heimweg. Auf der Autobahn immer schön brav direkt hinter dem Schneepflug. Je weiter wir nach Augsburg kamen desto weniger wurde der Schnee! Hat also alles soweit gepaßt!

Auch wenn diese Tour nie ganz so lief wie es ursprünglich gedacht war, so war es doch eine schönes Erlebnis. Schade war am Ende schon das wir zuerst Rügen und später das Erzgebirge schneller verlassen mussten als wir eigentlich wollten. Wir hätten für diese Tour ja auch 2 Tage mehr Zeit eingeplant, aber das Wetter spielte da nicht wirklich mit!